Wie sieht „aktive Teilnahme“ bei „Poetik der Liebe“ aus? – eine erotische Pressemitteilung

In den vergangenen Wochen hat der AStA der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die Aktion „Anwesenheitskontrollen melden!“ durchgeführt. Die Studierenden wurden aufgefordert, Veranstaltungen in denen Anwesenheitspflicht besteht und kontrolliert wird, dem AStA zu melden.
Um Mithilfe hatte die Ministerin für Wissenschaft und Kultur Dr. Gabriele Heinen-Kljajić gebeten. In einem Gespräch am 20. April zwischen den Vertreter*innen der ASten und der Ministerin bemängelten die Studierenden, dass trotz der Abschaffung der Anwesenheitspflicht im Niedersächsischen Hochschulgesetz, es an vielen Standorten eine Kontrolle der Anwesenheit gibt. Die Ministerin forderte die ASten dazu auf solche Fälle an das Ministerium zu melden.

„Die Rückmeldungen der Studierenden waren enorm, die Aktion ist ein riesiger Erfolg“, freut sich die AStA-Sprecherin Katharina Corleis. Rund 261 verschiedene Veranstaltungen wurden von den Studierenden gemeldet. Die Einzelfälle wurden an das Ministerium geschickt, zusammen mit Auszügen aus allen Prüfungsordnungen und fachspezifischen Anlagen, die Regelungen zur aktiven Teilnahme und Anwesenheit enthalten.

Der AStA bedankt sich ausdrücklich bei allen Studierenden, die an der Aktion teilgenommen und uns unterstützt haben. Durch die vielen Rückmeldungen und Danksagungen seitens der Studierenden fühlt sich der AStA darin bestärkt weiterhin kritisch gegen die Anwesenheitspflicht anzuarbeiten.
Kritik zu unserer Aktion gab es kaum von Seiten der Studierenden, allerdings gab es viele und heftige Reaktionen von Seiten der Dozent*innen. „Kritik ist das eine, Vergleiche mit dem Nationalsozialismus, oder der SED sind jedoch völlig unangebracht! Das ist eine Verharmlosung der Verbrechen“, so AStA-Sprecher Moritz Zeising.
Wir fordern von den Dozent*innen eine sachliche Diskussion!

Wir fordern, dass die Ministerin ihr Wort hält und es eine Aufarbeitung gibt. Diese Aktion hat gezeigt, dass der Paragraph sieben Absatz vier des Niedersächsischen Hochschulgesetz, der die Anwesenheit regelt, nicht im erforderlichen Maße berücksichtigt wird. Anwesenheitspflichten über die fachspezifischen Anlagen der Prüfungsordnungen einzuführen sehen wir im Widerspruch zu diesem Gesetz. AStA-Sprecher Raphael Heitmann dazu: „Wir müssen uns nur einmal die Debatten im Landtag anschauen. Wie an unserer Universität mit dem Thema Anwesenheitspflicht umgegangen wird entspricht in keiner Weise der politischen Idee wie sie im Parlament diskutiert wurde.”

Grundsätzlich hält der AStA fest, dass die durchgeführte Aktion wesentlich zur Aufklärung über das Thema Anwesenheitspflicht geführt hat. Sowohl auf den Seiten der Studierenden wie auch bei den Lehrenden. Der AStA-Vorstand hat dadurch auch Rückmeldung von Dozent*innen bekommen, die sich der gesetzlichen Regelung nicht bewusst waren und sich nun durch die Aktion mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Moritz Zeising schmunzelt: “Natürlich würde der AStA Vorstand auch ohne Verpflichtung gerne aktiv bei einer Veranstaltung zur Poetik der Liebe teilnehmen.” Weiter fasst er zusammen: “Erstaunlich für uns war, dass es scheinbar auch Dozent*innen gibt die offensichtlich von den Strukturen der Hochschullandschaft keine Kenntnis haben und Universitäten im Zuständigkeitsbereich des Kultusministerium vermuten.”
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Um fair zu bleiben, die Email mit dem Nazi/SED Vergleich kam soweit ich weiß, von einer Studierenden. Ansonsten wirklich eine super Aktion und sehr gute Umsetzung 👍😊

Hallo lieber AStA, zwei Anmerkungen : 1. Ich würde es begrüßen, wenn nicht bereits geschehen, dass solche Stellungnahmen und PM auch über den Verteiler des Stupa geschickt werden, da nicht alle Abgeordneten Facebook nutzen. 2. Ist die Formulierung, dass die Anwesenheitspflicht abgeschafft wurde, soweit ich weiß nicht korrekt. Das NHG lässt eine Öffnungsklausel drin, weil es eben bestimmte Bereiche gibt, in denen man die Präsenzpflicht nicht kategorisch per Gesetz ausschließen kann (Kann das gerade nicht nachgucken). Ändert natürlich an der Rechtmäßigkeit der Erhebung überhaupt nichts und die Vorwürfe sind mit "hanebüchen" teilweise noch diplomatisch umschrieben. Schön, dass die Umfrage auf so viel Resonanz gestoßen ist und die Studierenden sich daran beteiligt haben.

Ich finde die Aktion sehr gut, habe jedoch eine ernstgemeinte Frage und bitte um eine Antwort: Ich habe mir grad §7 (3) des niedersächsischen Hochschulgesetzes durchgelesen. Wo wird dort (bitte zitieren) genau die Anwesenheitspflicht geregelt? Höchtwahrscheinlich irre ich mich, aber meines Wissens nach hat der Senat der Uni Oldenburg im Oktober 2009 als Reaktion auf die Studentenproteste die Anwesenheitspflicht verboten. Klärt mich bitte auf, falls ich mich irre.

Ich fände es spannend zu erfahren, auf welche Studiengänge oder zumindest Fakultäten sich die 261 Meldungen verteilen...

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Anwesenheitskontrolle?
Dieser Maikäfer hat sich in den AStA verirrt! Ihr habt noch eine Uni-Veranstaltung, in der Anwesenheit kontrolliert wird? Meldet sie noch schnell an unseren vorstand: Vorstand@asta-oldenburg.de. Und dann wünscht euch der AStA ein schönes Frühlingswochenende.
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Anwesenheitskontrolle?
Dieser Maikäfer hat sich in den AStA verirrt! Ihr habt noch eine Uni-Veranstaltung, in der Anwesenheit kontrolliert wird? Meldet sie noch schnell an unseren vorstand: Vorstand@asta-oldenburg.de. Und dann wünscht euch der AStA ein schönes Frühlingswochenende.

Heute findet von 19 - 21Uhr ein Webinar zum Thema "Haltbarmachen von Lebensmitteln" statt von der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis . Alle Interessierten sind herzlich im Raum A01 0-010a willkomen.

"Hier einmal der Ankündigungstext:
Die eigene Ernte haltbar zu machen, bringt Spaß und kann eine ressourcen- und energieschonende Praxis sein. Wir möchten euch zeigen, wie Lebensmittelhaltbarmachung über Marmeladeeinkochen und Einfrieren hinausgehen kann.
In der Webinar-Reihe stellen wir euch Möglichkeiten dazu vor. Vom Einkochen über das Einlegen bis hin zum Einlagern und Fermentieren werden wir theoretische Hintergründe betrachten und praktisches Erfahrungswissen teilen.
Damit ihr selbständig passende Methoden entwickeln könnt, bringen wir euch näher, auf welchen grundlegenden Prozessen unterschiedliche Haltbarmachungsmethoden basieren und wie man sie frei kombinieren kann. Ihr seid eingeladen, zu erkunden, was möglich ist und welche Vielfalt euch erwartet.
Die Reihe findet in drei Teilen statt. In jedem der drei Webinare betrachten wir saisonale Produkte und Möglichkeiten, sie haltbar zu machen. Dabei experimentieren wir mit den Wirkweisen verschiedener Methoden, um immer wieder neu sinnvolle Vorgehensweisen kombinieren zu können. Diese Muster der Haltbarmachung werden von Teil zu Teil weiter vertieft, aber so betrachtet, dass auch die Teilnahme an einem einzelnen Teil Sinn macht."

Teil 1: Mai
Einführung: warum Haltbarmachen?
Jahresübersicht saisonaler Produkte
Haltbarmachmethoden, Fokus:
Wildkräuter, Beeren
Start eigener Dokumentation
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5 Tage vergangen

AStA der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

The Failed Coup Attempt, the Role of Nationalism, and the Road Ahead: Researching Turkish Politics

Turkey has become a key actor in European political debates due to the recent developments in both domestic and international politics. In domestic politics, with the failed coup attempt of 2016 followed by state of emergency measures, hundreds of thousands of people have been dismissed from their jobs, forced to flee, deported and jailed; more than 150 journalists, prominent intellectuals, academics are jailed, repressed, censored; and the co-presidents and several MPs of the third biggest political party in parliament are jailed. As a result of the 2017 constitutional referendum, Turkey has changed its system of government from parliamentarism to a strong presidentialism. The political context has also an impact on foreign policy decisions in such a way that with the introduction of the state of emergency, Turkey has entered Syrian territory with the claim of wiping out ISIS, and threatened the European Union to open land borders and allow refugees to cross into Europe if talks on EU membership bid are frozen. We will address past developments and future trends at the micro-, meso- and macro-levels.

A Presentation, discussing Turkish PoliticsMai 23, 6:00pmAStA der Carl von Ossietzky Universität OldenburgThe Failed Coup Attempt, the Role of Nationalism, and the Road Ahead: Researching Turkish Politics

Turkey has become a key actor in European political debates due to the recent developments in both domestic and international politics. In domestic politics, with the failed coup attempt of 2016 followed by state of emergency measures, hundreds of thousands of people have been dismissed from their jobs, forced to flee, deported and jailed; more than 150 journalists, prominent intellectuals, academics are jailed, repressed, censored; and the co-presidents and several MPs of the third biggest political party in parliament are jailed. As a result of the 2017 constitutional referendum, Turkey has changed its system of government from parliamentarism to a strong presidentialism. The political context has also an impact on foreign policy decisions in such a way that with the introduction of the state of emergency, Turkey has entered Syrian territory with the claim of wiping out ISIS, and threatened the European Union to open land borders and allow refugees to cross into Europe if talks on EU membership bid are frozen. We will address past developments and future trends at the micro-, meso- and macro-levels.
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A Presentation, discussing Turkish Politics

Schaut nächste Woche Donnerstag im Alhambra vorbei. Die Veranstaltung wird vom AStA finanziell unterstützt.

"Am 25. Mai 2017 veranstalten wir einen Tagesworkshop, um über Strukturen und Geschichte des (modernen) Antisemitismus zu informieren."

Einführungsworkshop: (Moderner) AntisemitismusMai 25, 11:00amAlhambra OldenburgAm 25. Mai 2017 veranstalten wir einen Tagesworkshop, um über Strukturen und Geschichte des (modernen) Antisemitismus zu informieren. Interessierte Menschen bitten wir herzlich ins Autonome Aktions- und Kommunikationszentrum Alhambra, wo die Veranstaltung um 11 Uhr beginnen soll und um 19 Uhr endet.

Einführung in die Geschichte und Strukturen des (modernen) Antisemitismus

Menschen, die sich die sich mit Entstehungskontexten, Strukturen und Entwicklungen des Antisemitismus befassen wollen, laden wir zu unserem Tagesworkshop ein. Unser Seminar informiert nicht nur über historische Formen, sondern behandelt israelbezogenen Antisemitismus und sogenannten Antizionismus. Ein weiterer Fokus wird auf linkem Antisemitismus in der Geschichte der BRD liegen. Den Teilnehmer_innen werden Instrumente vorgestellt, um unterschiedliche Formen des Antisemitismus zu erkennen und zu kritisieren. Wir werden anhand von verschiedenen Methoden die elementaren Theorien zu Antisemitismus vermitteln. Dabei wollen wir mit Euch debattieren, wie emanzipatorische Politik aussehen sollte, die eine Kritik des Antisemitismus beinhaltet. Der kostenlose Workshop richtet sich an Personen, die keine Vorkenntnisse haben. Um eine kurze Anmeldung via Kontaktformular auf dem Blog wird gebeten. Falls Ihr kurzfristig teilnehmen möchtet, kommt trotzdem gerne vorbei.

Über die Referent_innen:

Cata Schparkel heißt eigentlich anders, aber das tut hier nichts zur Sache. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit Antisemitismus(theorien), feministischen Theorien und emanzipatorischen Praxen - sowie mit der Frage, wie Alles für Alle besser werden kann. Manchmal referiert sie u.a. über diese Themen.

Marty Wasser wählte vor langen Jahren einen längeren Künstlernamen, um über Mythen, die Genese der deutschen Ideologie und regressive Mobilmachungen zu berichten. Als Referent und Autor befasst er sich mit Mahnwachen, Mythen und Musizierenden.

Zur Diskussionskultur

Personen, die neonazistischen Parteien, Gruppen oder Organisationen angehören, solchen Milieus zuzuordnen sind oder bereits in Vergangenheit durch menschenverachtende Praktiken in Erscheinung getreten sind, wird der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und genannte Personen auszuschließen.

Wir wünschen und erwarten für die Veranstaltungen eine offene und respektvolle Diskussionskultur. Aggressives Redeverhalten, sexistische Ausfälle, selbstgefälliges Dozieren oder unangekündigte Koreferate sind ausdrücklich nicht erwünscht.

zurkritikdesantisemitismus.blogsport.eu/workshop-einfuehrung-in-die-geschichte-und-strukturen-des...
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Einführungsworkshop: (Moderner) Antisemitismus

***Veranstaltung***

Science Slam Oldenburg 2017Mai 17, 8:00pmExerzierhalle - Oldenburgisches StaatstheaterStand-up-Wissenschaft frisch aus der Uni auf die Bühne: in 10 Minuten-Slams erklären Studenten humoristisch ihre Forschung.
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Science Slam Oldenburg 2017

Kommt doch heute um zwölf vor die Mensa haarentor zum flashmob zum #idahot2017Heute um zwölf findet der flashmob zum #idahot2017 statt! ... Mehr ansehenWeniger ansehen

Kommt doch heute um zwölf vor die Mensa haarentor zum flashmob zum #idahot2017

Aufruf: Anwesenheitskontrollen melden – AStA sammelt weiter

Angesicht der Diskussionen um unsere Aktion „Anwesenheitskontrollen melden!“, wollen wir euch einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand geben. Mit unserem Aufruf an die Studierenden verstoßen wir nicht, wie von anderer Seite behauptet, gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Wir handeln nach dem Niedersächsischen Hochschulgesetz(NHG) im Rahmen unserer Befugnisse und wurden explizit zu diesem Handeln von der Ministerin für Wissenschaft und Kultur Dr. Gabriele Heinen-Kljajić aufgefordert. Dies ist uns von unserer Rechtsaufsicht bestätigt worden. Die ASten wurden durch die Ministerin aufgefordert die Anwesenheitskontrollen zu dokumentieren und diese zurück an das Ministerium zu melden. Das Ministerium wird dann von den Präsidien Stellungnahmen einfordern. Im Zuge der Aufforderung führt der AStA die Aktion „Anwesenheitskontrollen melden!“ bis zum 18. Mai 2017 durch.
Wir bedanken uns für die bisher zahlreichen Meldungen von Seiten der Studierenden.

Um unsere Auflistung zu komplettieren bitten wir Euch, dem AStA bis zum 18. Mai an vorstand@asta-oldenburg.de alle Euch bekannten Veranstaltungen aus dem aktuellen Sommersemester 2017 und dem letzten Wintersemester 2016/17 aufzulisten, in denen Anwesenheitskontrolle besteht. Bitte listet dabei folgende Angaben auf:

Veranstaltungstitel:
Studienfach/Fakultät:
Dozent_in:
Wie wird die Anwesenheit erfasst:
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Ernsthaft? Die Begründung, warum das gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstoßen soll, würde mich stark interessieren. Soweit ich weiß, sind da Anwesenheitslisten mit Matrikelummern sehr viel kritischer einzustufen :)

Heute Abend in der Uni!

Vom Verirren der Sprache in sich selbstMai 15, 6:30pmCarl von Ossietzky Universität Oldenburg, A05 0-056Vom Verirren der Sprache in sich selbst. Lyotard und das postmoderne Wissen:

Die unter dem Banner der Postmoderne versammelten Theorien verschiedener Disziplinen haben es sich zum Ziel gesetzt, die ‚großen Erzählungen‘ der Moderne zu dekonstruieren. Vornehmliches Mittel hierzu ist die Beschäftigung der Theoriesprache mit sich selbst, wobei sie zu einem ‚Narrativ‘ unter vielen wird, das eben dieses oder jenes erzählen kann. Zur Wirklichkeit scheint diese Sprache ihren Bezug verloren zu haben, mindestens aber gesteht sie freimütig ein, auf ein Wahrheitskriterium verzichten zu können. Entscheidende Wegbereiter dieser akademischen Mode sind die Texte Jean-François Lyotards. Der Vortrag wird sich mit zweien seiner Werke – Das postmoderne Wissen sowie Der Widerstreit – auseinandersetzen. Einerseits wird dabei den Irrwegen der Dekonstruktion von ‚Wahrheit‘ nachgegangen, an deren Ende keine Theorie mehr übrig bleibt. Andererseits fragt der Vortrag – entgegen der Beliebigkeits- wie Belanglosigkeitstendenz der omnipräsenten Rede vom ‚Narrativ‘ – gerade nach dem Erkenntnispotenzial der literarischen Gattung der Erzählung. Es zeigt sich, dass nur in einer Sprache, die sich von der Wirklichkeit nicht absondert, ein Bewusstsein von Wahrheit lebendig bleibt, das auf die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse zielt.Die unter dem Banner der Postmoderne versammelten Theorien verschiedener Disziplinen haben es sich zum Ziel gesetzt, die ‚großen Erzählungen‘ der Moderne zu dekonstruieren. Vornehmliches Mittel hierzu ist die Beschäftigung der Theoriesprache mit sich selbst, wobei sie zu einem ‚Narrativ‘ unter vielen wird, das eben dieses oder jenes erzählen kann. Zur Wirklichkeit scheint diese Sprache ihren Bezug verloren zu haben, mindestens aber gesteht sie freimütig ein, auf ein Wahrheitskriterium verzichten zu können. Entscheidende Wegbereiter dieser akademischen Mode sind die Texte Jean-François Lyotards. Der Vortrag wird sich mit zweien seiner Werke – Das postmoderne Wissen sowie Der Widerstreit – auseinandersetzen. Einerseits wird dabei den Irrwegen der Dekonstruktion von ‚Wahrheit‘ nachgegangen, an deren Ende keine Theorie mehr übrig bleibt. Andererseits fragt der Vortrag – entgegen der Beliebigkeits- wie Belanglosigkeitstendenz der omnipräsenten Rede vom ‚Narrativ‘ – gerade nach dem Erkenntnispotenzial der literarischen Gattung der Erzählung. Es zeigt sich, dass nur in einer Sprache, die sich von der Wirklichkeit nicht absondert, ein Bewusstsein von Wahrheit lebendig bleibt, das auf die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse zielt.

Antje Mettin studierte in Leipzig Germanistik und Theaterwissenschaft und bereitet derzeit ihre Promotion vor.

Martin Mettin studierte Philosophie sowie Rechts- und Sozialwissenschaften in Leipzig und schloss 2013 seinen Master in Philosophie an der FU Berlin mit einer Arbeit über Walter Benjamin ab. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg Selbst-Bildungen an der Uni Oldenburg und promoviert zu Ulrich Sonnemann.
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m.facebook.com/events/402508036786457

Ride of Silence 2017Mai 17, 6:30pmZOB OldenburgAm dritten Mittwoch im Mai gehen in hunderten Städten weltweit Menschen auf die Straße, um an diejenigen zu denken, die als Radfahrende im Straßenverkehr getötet oder verletzt wurden. Ohne Knautschzone unterwegs, ist das Risiko von schweren und tödlichen Verletzungen bei Unfällen für Radfahrende besonders groß. Vor allem, da sie verkehrsplanerisch häufig mit Lösungen (über-)leben müssen, die sie an den Rand drängen, unsichtbar machen, benachteiligen oder wie langsamere Autos behandeln.

Wir wollen mit Euch ein Zeichen setzen und mit einer gemeinsamen Ausfahrt auf die im Straßenverkehr Getöteten und Verletzten aufmerksam machen. Und wir wollen sie in Erinnerung halten. Denn jede_r einzelne Verkehrstote ist zu viel und hinter jeder Person stehen Angehörige und Freunde, die einen besonderen Menschen verloren haben.

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Deutschlandweit wurden in den letzten Jahren jeweils rund 400 Radfahrende bei Verkehrsunfällen getötet [1] und weit über 70.000 verletzt [2]. In Oldenburg sind seit 2013 zwar keine getöteten Radfahrenden zu beklagen gewesen. Allerdings wurden hier im letzten Jahr 49 Radfahrende bei Unfällen schwer und 353 Radfahrende leicht verletzt. [3] In Relation zu den absoluten Zahlen der Verletzten zeigt sich dabei wie es um den Radverkehr bestellt ist: 48% der Schwerverletzten und 42% der Leichtverletzten waren Radfahrende.

Überhaupt bewegen sich die Unfallzahlen in Oldenburg auf einem erschreckend hohen Niveau. Dabei stellen die 402 verletzten Radfahrenden und 623 an Unfällen beteiligten Radler*innen im letzten Jahr das Ergebnis einer Entwicklung dar, die seit 2010 im Gange ist. Seitdem weisen nahezu alle relevanten Zahlen einen deutlichen Trend nach oben auf: die Zahl der Unfälle mit der Beteiligung von Radfahrenden, die Zahl der dabei Leichtverletzten sowie die Zahl der dabei Schwerverletzten. Je nach Kennzahl sind das heute 26 bis 58 Prozent mehr als noch 2010.

Es ist allgemein schon nicht hinzunehmen, dass so viele Menschen auf deutschen Straßen getötet und verletzt werden. Noch viel weniger ist dies aber hinzunehmen bei denen, die sich eher schwach und schutzlos bewegen, also den Radfahrenden, aber auch den zu Fuß Gehenden. Radfahren ist eine Fortbewegungsart, die vom Kindesalter bis ans Lebensende den Allermeisten offen steht. Es handelt sich um eine der ersten Formen der eigenen Mobilität, es ist gut fürs Wohlbefinden, für die Gesundheit und für die Umwelt. Es ist platzsparend, lässt einen die Welt sehen und mit anderen Menschen in Interaktion treten. Menschen, die sich so bewegen, müssen geschützt werden! Wenn sie übersehen werden und dieses Übersehen-werden sich nicht nur häuft, sondern auch erschreckend oft schädigt, dann läuft etwas ziemlich falsch.

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Mehr INFOS zum Ride of Silence und die digitale Karte aller Ausfahrten findet ihr hier:
rideofsilence.org/main.php



WANN UND WO?
Ghostbike am ZOB (Karlstr.), ab 18:30 Uhr, die Abfahrt ist gegen 19:00 Uhr.

WAS?
Wir fahren gemeinsam durch die Stadt und besuchen dabei Stellen, an denen Radfahrende getötet oder schwer verletzt wurden. Das Tempo ist moderat, dem Anlass entsprechend ist die Ausfahrt still und ruhig.



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[1] www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/TransportVerkehr/Verkehrsunfaelle/Tabellen/Ge...
[2] www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/TransportVerkehr/Verkehrsunfaelle/Tabellen/Ve...
[3] www.presseportal.de/blaulicht/pm/68440/3590382
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Ride of Silence 2017

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La buena vida – Das gute Leben / „Ende Gelände“Mai 16, 7:00pmCine k - Das Kino in der KulturetageIm Rahmen der Reihe zum Widerstand gegen das G20 Treffen am 6.& 7.Juli in Hamburg. In Zusammenarbeit mit der Gruppe „klima aktion Oldenburg“

Ticket/Info: bit.ly/2pDaLNZ

Trailer: bit.ly/2qj9lom

Deutschland 2013/14, 97 Min.
Regie: Jens Schanze

La buena vida – Das gute Leben erzählt die Geschichte der kolumbianischen Dorfgemeinschaft Tamaquito vor dem Hintergrund des weltweit steigenden Energiekonsums, den das Streben nach Wachstum und Wohlstand verursacht.

Jairo Fuentes, der junge Anführer der Dorfgemeinschaft von Tamaquito, lebt in den Wäldern im Norden Kolumbiens. Die Natur gibt den Menschen hier alles, was sie zum Leben brauchen. Seit Jahrhunderten gehen sie in den Bergen auf die Jagd, sammeln Früchte und halten Hühner, Schafe und Rinder. Doch die Lebensgrundlage der Wayúu-Gemeinschaft wird durch den Kohleabbau in der Mine „El-Cerrejón“ zerstört: Das gewaltige Loch, mit 700 Quadratkilometern der größte Kohletagebau der Welt, frisst sich immer tiefer in die einst unberührte Landschaft. Die Steinkohle wird in alle Welt exportiert. In Deutschland, England und Israel, in den Niederlanden, der Türkei und den USA produzieren die Kohlekraftwerke damit den Strom, der das Leben schnell, hell und warm macht.

Jairo Fuentes ist entschlossen die gewaltsame Vertreibung seiner Gemeinschaft, wie andere Dörfer sie in der Vergangenheit erlebt haben, zu verhindern. Er beginnt Verhandlungen mit den Betreibern der Kohlemine, hinter denen mächtige Rohstoffkonzerne wie Glencore, Anglo American und BHP Billiton stehen.

Der Dialog mit den Konzernvertretern gestaltet sich jedoch schwierig. Die Konzerne versprechen den Dorfbewohnern die Segnungen des Fortschritts, die Wayúu hingegen legen keinen Wert auf moderne Häuser mit Stromversorgung und ein so genanntes „besseres Leben“.

Sie beginnen den Kampf um ihr Leben in den Wäldern, der schon bald zum Existenzkampf wird.
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La buena vida – Das gute Leben / „Ende Gelände“