Seit langer Zeit setzen sich aktive Studierende für ein Mitbestimmungsrecht in den universitären Gremien ein. In allen Gremien geht es ja schließlich auch um die Interessen der an dieser Universität Immatrikulierten, also z.B. um das Studienangebot, Stellenneubesetzungen, Änderungen von Prüfungs- und Studienordnungen oder das Leitbild der Universität. 

Eine zentrale Forderung bezüglich der studentischen Mitbestimmung ist die paritätische Besetzung der Hochschulgremien. Paritätische Besetzung bedeutet, dass Studierende, Professor_innen, wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und Mitarbeiter_innen von Technik und Verwaltung (hierzu zählen alle Bediensteten der Universität) jeweils mit der gleichen Anzahl von Vertreter_innen in den Gremien sitzen (sollen). Seitens der Studierenden ist das sogar noch eine bescheidene Forderung, denn schließlich sind sie in absoluten Zahlen die mit Abstand größte Statusgruppe an der Universität. Doch nicht mal diese „bescheidene“ studentische Forderung nach paritätischer Besetzung wird in den entscheidenden Gremien respektiert – die Hochschullehrer_innen haben dort fast immer die Mehrheit der Sitze und können alle anderen Statusgruppen überstimmen. Oftmals werden daher Anträge, die von studentischer Seite in die Gremien eingebracht werden, von der Hochschullehrer_innen-Mehrheit niedergestimmt. Dennoch ist die Gremienarbeit sehr wichtig und es gibt dort engagierte studentische Vertreter_innen, die meistens gleichzeitig mit den Wahlen zum StuPa im Januar gewählt werden. Im Folgenden wollen wir einige dieser Gremien vorstellen.

Der Senat

Der Senat ist eines der zentralen Organe der Hochschule − neben dem Präsidium, dem Hochschulrat und dem gemeinsamen Lenkungsausschuss der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth (Jade Hochschule).

Im Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) ist geregelt, dass die Hochschullehrer_innen im Senat immer einen Sitz mehr haben müssen als alle anderen Statusgruppen der Universität zusammen. Derzeit besteht der Senat aus sieben Hochschullehrer_innen, zwei wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen, zwei Mitarbeiter_innen aus Technik und Verwaltung und zwei studentischen Senatsmitgliedern. Die kleinste Statusgruppe der Universität (die Hochschullehrer_innen) besitzt demnach immer die einfache Mehrheit. Der/die Präsident_in führt den Vorsitz ohne Stimmrecht.

Mit der Reform des (NHG) von 2002 wurde der demokratisch gewählte Senat entmachtet; viele seiner ehemaligen Befugnisse sind nunmehr direkt auf das Präsidium oder sogar dem vom Ministerium eingerichteten gemeinsamen Lenkungsausschuss übertragen worden. Dieser Lenkungsausschuss wird aus den Präsident_innen der Uni, der Jade Hochschule und einem vom Fachministerium bestellten Mitglied gebildet. Der Lenkungsausschuss hat die „zukunftsorientierte, aufeinander abgestimmte Entwicklung der beiden Hochschulen“ zur Aufgabe; das Präsidium soll die „moderne“ Hochschule durch „unternehmerisches und eigenverantwortliches Handeln“ leiten und der Universität so eine goldene Zukunft sichern.

Die Arbeit des Senats ist durch die neuen Regelungen im NHG weitgehend auf Fragen der Grundordnung und weiterer grundsätzlicher Regelungen beschränkt. Ansonsten hat das Präsidium gegenüber dem Senat lediglich eine umfassende Informationspflicht. Das Präsidium wiederum kann Entscheidungen zur Entwicklung der Hochschule nur noch im Einvernehmen mit dem Lenkungsausschuss sowie den beiden Hochschulräten treffen.

Der Hochschulrat

Der Hochschulrat in seiner jetzigen Form geht auch auf die bereits angesprochene Reform des NHG und die damit einhergehende Entdemokratisierung der Hochschulen zurück, er ist dem Aufsichtsrat eines Unternehmens nachgebildet.

Die Mitglieder des Hochschulrats sind „mit dem Hochschulwesen vertraute Personen vornehmlich aus Wirtschaft, Wissenschaft oder Kultur“.

Der Hochschulrat besteht aus sieben Mitgliedern. Fünf davon bestellt das Fachministerium im Einvernehmen mit dem Senat. Ein Mitglied wird durch das Fachministerium direkt bestellt, lediglich eines der sieben Mitglieder darf der Senat selbst wählen.

Der Hochschulrat hat gegenüber dem Präsidium beratende Funktion.

Die Fakultätsübergreifende Studienkommission

Die Fakultätsübergreifende Studienkommission ist ein Gremium, das sich mit fakultätsübergreifenden Themen beschäftigt. Hierzu gehören u.a. der Professionalisierungsbereich im Bachelorstudium inkl. der zugehörigen Prüfungsordnungen, die Ordnung zur Durchführung der studentischen Lehrveranstaltungsevaluation und die Vergabe der Studienqualitätsmittel für den Professionalisierungsbereich. In den letzten Semestern wurde die Umsetzung der Ergebnisse der sog. Runden Tische in der Prüfungsordnung für die Fach- und Zwei-Fächer-Bachelorstudiengänge intensiv behandelt. Weiterhin nimmt die Fakultätsübergreifende Studien-kommission die Aufgaben der Studienqualitätskommission wahr. Die Fakultätsübergreifende Studienkommission hat zwölf stimmberechtigte Mitglieder: die sechs Studiendekan_innen der Fakultäten I-VI sowie je ein studentisches Mitglied pro Fakultät. Das Didaktische Zentrum (DIZ), die zentralen Einrichtungen, die Studierendenschaft sowie die Dezernate der zentralen Verwaltung können jeweils eine Vertreter_in als beratendes Mitglied entsenden, die Fakultäten zusätzlich noch je ein beratendes Mitglied aus der Mitarbeiter_innengruppe.

Studienqualitätskommission

Die Studienqualitätskommission ist ein Gremium, das für die Vergabe der Studienqualitätsmittel zuständig ist. Gemäß § 11 der Grundordnung der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg werden die Aufgaben der Studienqualitätskommission von der Fakultätsübergreifenden Studienkommission wahrgenommen. Nach dem Wegfall der Studienbeiträge wurden als Kompensation die Studienqualitätsmittel eingeführt, die die Universität vom Land Niedersachsen erhält. Die rechtliche Grundlage bilden im Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) die Paragraphen § 14a Gewährung von Studienqualitätsmitteln und § 14b Verwendung der Studienqualitätsmittel. Die Studienqualitätsmittel sind lt. Gesetz für die Sicherung und Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre einzusetzen. Die Universität hat eine Richtlinie für die Vergabe und Verwendung der Studienqualitätsmittel veröffentlicht. Hier sind u.a. Verteilungsmodell und Regeln zur Verausgabung festgelegt. Auf Basis der Gesetzesgrundlage und auf Grundlage der Richtlinie werden die Studienqualitätsmittel einmal pro Semester vergeben.

Die Fakultätsräte

An der Carl von Ossietzky Universität gibt es sechs Fakultäten. Jede dieser Fakultäten besitzt einen Fakultätsrat und jeweils eine zentrale Studienkommission. Der Fakultätsrat entscheidet in Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung der Forschung und Lehre. Er beschließt die Ordnungen der Fakultät, insbesondere die Prüfungsordnungen, und nimmt gegenüber dem Präsidium Stellung zu Einführungen, wesentlichen Änderungen und Schließungen von Studiengängen. Zudem wählt er das Dekanat. Dem Fakultätsrat gehören 13 Mitglieder mit Stimmrecht an. Sie werden nach Gruppen direkt gewählt. Der/die Dekan/in führt ohne Stimmrecht den Vorsitz. Die Hochschullehrer_innengruppe hat dabei 7 Sitze, die anderen drei Statusgruppen je 2 Sitze.

Die Studienkommission

Die Studienkommission berät zu allen Fragen der Lehre, wie z.B. Studienordnungen oder Lehrangebot. Ihre Entscheidungen bedürfen der Bestätigung durch den Fakultätsrat. Des Weiteren hat sie das Vorschlagsrecht für den Studiendekan. Der Studienkommission gehören 4 Studierende, 2 wissenschaftliche Mitarbeiter_innen, sowie 2 Hochschullehrer_innen an. Der/die Studiendekan_in führt hier den Vorsitz ebenfalls ohne Stimmrecht. Sprich wenn Du mal wieder zu einer Veranstaltung willst und schon im Gang feststellst, dass der Raum so überfüllt ist, dass beim besten Willen kein Platz mehr zu ergattern ist oder das Lehrangebot des Semesters so miserabel ist, dass Du Dich fragst, wie Du noch „ordnungsgemäß“ studieren sollst, dann ist entweder im Fakultätsrat oder der Studienkommission mächtig was schief gelaufen.

Der Institutsrat

Eine Fakultät setzt sich aus mehreren Instituten (manchmal auch Departments) zusammen. Die Institute sind teilweise deckungsgleich mit den verschiedenen Fächern. Die Institute werden von einer/m Institutsdirektor_in und dem Institutsrat geleitet. Der Institutsrat wird auf einer Institutsvollversammlung von den Mitgliedern des Instituts in geheimer Wahl nach Statusgruppen gewählt. Er besteht je nach Institut aus 13 oder 7 Mitgliedern, im Einzelnen dann 7 (4) Hochschullehrer_innen und je 2 (1) aus den anderen Statusgruppen. Nach seiner Konstituierung wählt er den/die Institutsdirektor_in.

Das Studiengremium

Einige Institute haben auch noch eigene Studienkommissionen, die dann häufig Studiengremium genannt wird.