Wir, eine Person aus dem AStA und eine durch die F3V gewählt, vertreten euch, die Statusgruppe der Studierenden, im Prozess der Umstellung auf Systemakredditierung. Falls ihr Fragen oder Anmerkungen dazu habt, dann schreibt uns gerne an. Wir verteilen neue Informationen immer über unsere Berichte, die wir auch hier online stellen. Ansonsten stehen wir im Austausch mit den Fachschaftsräten der Fächer und laden diese regelmäßig zu Informationsgesprächen ein.

Was ist eine Akkreditierung?


Die Akkreditierung ist die staatliche Sanktion von Studiengängen an Hochschulen. Überprüft werden Rechtsbestimmungen, Kriterien und Standards europäischer und nationaler Vorgaben, wie die des Landes- oder des Bundes.

Das Niedersächsische Hochschulgesetz bestimmt dazu folgendes (NHG §6 Absatz 2 Satz 2): „Jeder Studiengang und jede wesentliche Änderung eines Studiengangs ist durch eine vom Land und von der Hochschule unabhängige, wissenschaftsnahe Einrichtung in qualitativer Hinsicht zu bewerten (Akkreditierung).“

Es gibt mehrere Formen, in denen eine Hochschule die Akkreditierung ihrer Studiengänge sicherstellt. Bis zum Jahre 2018 hat die Universität dies über die klassische „Programmakkreditierung“ verfolgt, seit Dezember dieses Jahres stellt man auf die sog. Systemakkreditierung um.
Zur Klärung zitieren wir hier uneren ersten Bericht zur neuen Systemakkreditierung (alle Berichte können auf dieser Seite heruntergeladen werden):


  1. Allgemeines zu Akkreditierungsverfahren:

1.1 Programmakkreditierung

„Das Akkreditierungsverfahren ist ein mehrstufiges Verfahren, das auf dem Prinzip des Peer Review beruht. Beauftragt eine Hochschule eine vor ihr ausgewählte und vom Akkreditierungsrat zugelassene Agentur mit der Durchführung eines Begutachtungsverfahrens, setzt die betreffende Agentur eine Gutachtergruppe ein, deren Zusammensetzung sowohl die fachlich-inhaltliche Ausrichtung als auch das spezifische Profil des Studiengangs widerspiegelt.“[1]

Dieses System wurde bis zuletzt an der Uni Oldenburg angewandt. Wesentlicher Punkt ist, dass jeder einzelne Studiengang über eine externe Agentur das Siegel der Akkreditierung erhält.

1.2 Systemakkreditierung

„Gegenstand der Systemakkreditierung ist das interne Qualitätssicherungssystem einer Hochschule. Mit der Systemakkreditierung erhält eine Hochschule das Recht, das Siegel des Akkreditierungsrates für die von ihr geprüften Studiengänge selbst zu verleihen.

Im Zuge der Systemakkreditierung muss eine Hochschule nachweisen, dass sie die in der Musterrechtsverordnung niedergelegten formalen und fachlich-inhaltlichen Kriterien systematisch umsetzt. Hierfür muss das Qualitätsmanagementsystem regelmäßige Bewertungen der Studiengänge und der für Lehre und Studium relevanten Leistungsbereiche vorsehen, an denen interne und externe Studierende, hochschulexterne wissenschaftliche Expertinnen und Experten, Vertreterinnen und Vertreter der Berufspraxis und Absolventinnen und Absolventen beteiligt sind.

Eine positive Systemakkreditierung bescheinigt der Hochschule, dass ihr Qualitätsmanagementsystem im Bereich von Studium und Lehre geeignet ist, das Erreichen der Qualifikationsziele und die Qualitätsstandards ihrer Studiengänge zu gewährleisten. Die Hochschule trägt das Qualitätssiegel der Stiftung System akkreditiert“[2]

Dieses System, bei der wesentlich die Universität intern unter Hinzuziehung einiger externer Gutachten die Prüfung der Studiengänge selbst vornimmt, soll bis WiSe 2022 eingeführt werden. Nur das Qualitätsmanagementverfahren der Universität, was vornehmlich interne Prozesse beschreibt, soll dann selbst vor der eigentlich Prüfung akkreditiert werden. Nicht mehr jeder einzelne Studiengang, sondern nur noch das Verfahren zum Qualitätsmanagement der Universität selbst.Gremien und studentische Beteiligung im Prozess zur Umstellung auf Systemakkreditierung


2. Gremien und studentische Beteiligung im Prozess zur Umstellung auf Systemakkreditierung

Folie 1: Informationsveranstaltung zur Umstellung auf die Systemakkreditierung [24.06.2019]

Folie 2: Informationsveranstaltung zur Umstellung auf die Systemakkreditierung [24.06.2019]



2.1 Steuerungsgruppe

Der Prozess der Entwicklung eines Qualitätsmanagements soll in verschiedenen Arbeitsgruppen auf drei Ebenen aufgeteilt werden.

Die Steuerungsgruppe soll dabei die oberste Ebene darstellen. In dieser Gruppe gibt es keinerlei studentische Vertreter/innen. Aus dem AStA kam in einem Gespräch mit wesentlich beteiligten Personen aus dem Referat für Studium und Lehre die Forderung nach einer Beteiligung von studentischen Vertreter/innen. Diese Forderung wurde weitergegeben und in der Sitzung der Steuerungsgruppe vom 06.11.19 abgelehnt: „Die Beteiligung der Studierenden soll vor allem in den Fakultäten erfolgen.“ Dies ist eine gänzlich unverständliche Aussage, da zum einen das eine das andere nicht ausschließt und zum anderen eine Beteiligung im Gremium selbst nicht damit zu verwechseln ist, über die Sitzungen desselben in den Fakultäten benachrichtigt zu werden. Die direkte Einflussnahme auf und die Möglichkeit des argumentativen Nachvollzugs der Entscheidungen in der Steuerungsgruppe ist damit für die Studierenden verstellt.

Wie aus Folie 2 zu entnehmen ist, stellt jedoch die Steuerungsgruppe das Gremium dar, indem nicht nur die hochschulpolitisch „ranghöchsten“ Mitglieder der Universität sitzen, sondern auch, dass der Name „Steuerungsgruppe“ Programm ist: Hier laufen die Ergebnisse der anderen Gruppen zusammen und werden „gesteuert“, d.h. hier kommt es, neben den Entscheidungen, die im Präsidium gefällt werden, wohl zu den entscheidenden Weichenstellungen, was dann etwa im Senat vorgestellt, bzw. was als ungenügend in die AG zurückgereicht wird. Die übergreifende Arbeitsgruppe soll Vorschläge zum Leitbild, welches mittlerweile beschlossen ist, und dem Konzept des Qualitätsmanagements entwickeln. Für das Konzept des Qualitätsmanagements liegt mittlerweile ein Grobkonzept vor. Diesem soll ein Detailkonzept folgen (siehe Folie 4).


2.2 Übergreifende Arbeitsgruppe

Die übergreifende Arbeitsgruppe soll Vorschläge zum Leitbild, welches mittlerweile beschlossen ist, und dem Konzept des Qualitätsmanagements entwickeln. Für das Konzept des Qualitätsmanagements liegt mittlerweile ein Grobkonzept vor. Diesem soll ein Detailkonzept folgen (siehe Folie 4).

Das erwähnte Gespräch mit den beteiligten Personen aus der Verwaltung (Referat für Studium und Lehre) hatte immerhin zum Ergebnis, dass es studentische Vertreter/innen in der übergreifenden AG geben wird. Diese Vertretung ist nun erstmal in der Sitzung vom 19.11. gewährleistet gewesen. Dies war aber bereits die 5.(!) Sitzung des Gremiums. Zuvor war die fehlende studentische Beteiligung wohl nicht aufgefallen. Dadurch ist die Statusgruppe lange Zeit von direkterer Einflussnahme abgeschnitten worden, was vor allem die Formulierung des Leitbilds der Lehre und des ersten Grobkonzepts des neuen Qualitätsmanagements betrifft. Die angesammelten Dateien aus Steuerungsgruppe und AG liegen jedoch vor.

Seit der Sitzung am 17.12.19 wurde die Beteiligung eines zweiten Vertreters ermöglicht. Es wurde sich darauf geeinigt, dass beide Flügel studentischer Vertretung an der Universität berücksichtigt werden sollen. Ein/e studentische/r Vertreter/in soll aus der verfassten Studierendenschaft wird über den AStA beteiligt, ein/e Vertreter/in hat die F3V sich aus den Fachschaften bestimmt.

Folie 4


2.3 Unter – Arbeitsgruppen

Diese Gruppen sollen auf Fakultätsebene agieren. Es ist momentan bei vielen Fakultäten unklar, ob solche Arbeitsgruppen überhaupt existieren. Eine Anfrage der internen Hochschulpolitik an alle Dekanate wurde nur von zwei Fakultäten beantwortet. Bei dem Gespräch mit den Beteiligten aus dem Referat für Studium und Lehre stellte sich für die anwesenden Fachschaftsvertreter/innen heraus, dass ihnen unklar ist, ob solche Gruppen existieren und wenn, ob sie durch studentische Vertreter/innen besetzt sind. Es scheint in einigen Fakultäten so zu laufen, dass die Studienkommissionen zu diesen AGs umfunktioniert wurden. Zuletzt war der Stand jedenfalls, dass hier in vielen Fällen Unklarheit und Intransparenz herrscht.


[1] https://www.akkreditierungsrat.de/de/akkreditierungssystem/programmakkreditierung/programmakkreditierung letzter Zugriff 27.11.19

[2] https://www.akkreditierungsrat.de/de/akkreditierungssystem/programmakkreditierung/systemakkreditierung letzter Zugriff 27.11.19


[1] https://www.akkreditierungsrat.de/de/akkreditierungssystem/programmakkreditierung/programmakkreditierung letzter Zugriff 22.03.2020.

[2] https://www.akkreditierungsrat.de/de/akkreditierungssystem/programmakkreditierung/systemakkreditierung letzter Zugriff 22.03.2020.

Berichte zu den Sitzungen der AG Systemakkreditierung