Habe ich als Student oder Studentin Anspruch auf Wohngeld?

Einen grundsätzlichen Anspruch hast du nicht. Dein Antrag auf Wohngeld kann allerdings nach einer Prüfung der individuellen Voraussetzungen bewilligt werden, wenn du dem Grunde nach keinen BAföG-Anspruch hast. Das ist der Fall, wenn

  • du die Altersgrenze zur BAföG-Förderung überschritten hast (§ 10 BAföG)
  • die BAföG-Förderungshöchstdauer überschritten ist und die Voraussetzungen einer Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus oder für eine Hilfe zum Studienabschluss nicht erfüllt sind (§ 15 BAföG)
  • du ein Zweit-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium machst, bei dem die Voraussetzung für eine  Förderung durch das BAföG nicht erfüllt sind (§ 7 Abs. 2 BAföG)
  • du Ausländer oder Ausländerin bist und nicht die Voraussetzungen für eine BAföG-Förderung erfüllst (§ 8 BAföG) (Achtung Nicht-EU-Bürger*innen!  Sowohl ausländische EU-Bürger*innen als auch Nicht-EU-Bürger*innen können einen Wohngeldantrag stellen. Wenn du allerdings als Nicht-EU-Bürger*in einen Antrag auf Wohngeld stellst und nicht genug Einkommen nachweisen kannst, ist es möglich, dass dein Aufenthaltstitel beim nächsten Mal nicht verlängert wird. Komme deswegen gerne zu uns in die Beratung, wenn du dir unsicher bist, ob du einen Antrag stellen sollst! Die aktuellen Beratungszeiten findest du auf der AStA-Homepage unter dem Reiter „Beratung“.                                                                                                                                                                                                                                                                                                          )
  • du ein Stipendium bekommst, bzw. Leistungen von einem Begabtenförderungswerk erhältst (§ 2 Abs. 6 Nr. 2 BAföG)
  • du deine Ausbildung abgebrochen oder die Fachrichtung gewechselt hast, ohne einen wichtigen oder unabweisbaren Grund, der deinen BAföG-Anspruch aufrechterhalten würde (§ 7 Abs. 3 BAföG)
  • du keinen Leistungsnachweis vorgelegt hast (§ 48 BAföG)
  • dein BAföG als Volldarlehen im Rahmen der Studienabschlussförderung bewilligt ist (§ 17 Abs. 3 BAföG)
  • ein nicht studentisches Mitglied in deinem Haushalt lebt, beispielsweise dein Kind

Im Zweifelsfall solltest du immer zuerst einen BAföG-Antrag stellen! Den ablehnenden BAföG-Bescheid kannst du dann als Nachweis bei der Wohngeldstelle einreichen.

Muss mein Erstwohnsitz in Oldenburg sein, damit ich Wohngeld beantragen kann?

Grundsätzlich kann mit dem Wohngeld nur eine Wohnung gefördert werden und zwar die, die deinen Lebensmittelpunkt darstellt, und das ist für die Wohngeldstelle dein melderechtlicher Erstwohnsitz. Falls du Wohngeld für deinen Zweitwohnsitz beantragen solltest, riskierst du sogar ein Bußgeld, da du dich gegenüber der Meldebehörde strafbar machst. Also lieber ummelden und danach dann den Wohngeldantrag stellen! 

Ich bekomme kein BAföG, weil meine Eltern zu viel verdienen. Kann ich einen Antrag auf Wohngeld stellen?

In diesem Falle tritt die Unterhaltspflicht deiner Eltern in Kraft und du hast keinen Anspruch auf Wohngeld. Gerne kannst du dich wegen deines BAföG-Antrages auch noch einmal an unsere BAföG-Beratung wenden. Die aktuellen Beratungszeiten findest du auf der AStA-Homepage unter dem Reiter „Beratung“. 

Wie viel darf bzw. muss ich verdiene, damit ich Wohngeld beantragen kann?

Zum einen musst du ein Mindesteinkommen haben. Dies sollte etwa 80 % von dem sein, was du als ALG-II-Leistung bekommen würdest. Also der Regelbedarf (446 € für Alleinstehende, Stand 01/2021) plus etwa die Hälfte der Unterkunftskosten, d. h. deiner Miete plus Nebenkosten. Wenn du also beispielsweise inklusive der Nebenkosten 300 € Miete zahlst, solltest du also mindestens 596 € verdienen (also 446 € + 300 € / 2). Dabei gilt auch Unterhalt, den du von deinen Eltern bekommst, als Einkommen. Falls du zu wenig Einkommen haben solltest, melde dich trotzdem gerne bei uns in der Beratung. Wenn dein Anspruch gut begründet ist, besteht die Möglichkeit einer Ausnahme. 

Zum anderen darf dein Einkommen auch nicht zu hoch sein. Dabei wird immer das Einkommen der gesamten Bedarfsgemeinschaft zusammen gerechnet. Bei einer Person, die in Oldenburg (Mietstufe IV) lebt, beträgt die Netto-Einkommensgrenze derzeit 1.071 € (Stand 01/2021); bei einer Bedarfsgemeinschaft von zwei Personen und derselben Mietstufe sind es 1.468 € (Stand 01/2021).

Du solltest jegliches Einkommen beim Wohngeldamt angeben. Ein KFW-Kredit oder eine Aufwandsentschädigung für ein Ehrenamt werden zum Beispiel zwar nicht bei dem Maximal-Einkommen angerechnet, wird aber beim Mindesteinkommen berücksichtigt. 

Ich wohne in einer WG. Zählen alle meine Mitbewohner*innen als Haushaltsmitglieder, die ich in meinen Antrag aufnehmen muss?

Damit Personen, die zusammenleben, vor der Wohngeldstelle als ein Haushalt gelten, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Es besteht eine verwandtschaftliche oder partnerschaftliche Beziehung
  2. Man bewohnt gemeinsam Wohnraum und nutzt nicht nur die Nebenräume, wie Badezimmer oder Küche gemeinsam
  3. Der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen befindet sich im betreffenden Wohnraum

Da in den meisten WGs nicht alle drei Punkte gleichzeitig zutreffen, musst du deine Mitbewohner*innen nicht als Haushaltsmitglieder in deinen Antrag aufnehmen. Du zählst in diesem Fall als ein Ein-Personen-Haushalt.

Ich habe noch ein Sparkonto, auf dem ich ein bisschen Geld angespart habe. Kann ich dennoch einen Antrag stellen?

Du darfst ein Vermögen von bis zu 60.000 € haben. Für jedes weitere Haushaltsmitglied werden weitere 30.000 € angerechnet. Überschreitest du diese Grenze nicht, ist dein Sparkonto für die Bewilligung deines Wohngeldantrages irrelevant.

Wie lange bekomme ich das Wohngeld, wenn es mir einmal bewilligt wurde?

Der Bewilligungszeitraum liegt normalerweise bei einem Jahr. Bei Student*innen wird das Wohngeld jedoch in der Regel für den Zeitraum von einem Semester bewilligt. Du musst also alle sechs Monate einen neuen Antrag stellen.

Kann ich als Nicht-EU-Bürger*in Wohngeld beantragen?

Sowohl ausländische EU-Bürger*innen als auch Nicht-EU-Bürger*innen können einen Wohngeldantrag stellen. Wenn du allerdings als Nicht-EU-Bürger*in einen Antrag auf Wohngeld stellst und nicht genug Einkommen nachweisen kannst, ist es möglich, dass dein Aufenthaltstitel beim nächsten Mal nicht verlängert wird. Komme deswegen gerne zu uns in die Beratung, wenn du dir unsicher bist, ob du einen Antrag stellen sollst! Die aktuellen Beratungszeiten findest du auf der AStA-Homepage unter dem Reiter „Beratung“.     

Wann genau muss ich den Wohngeldantrag stellen?

Dein Wohngeldantrag ist in der Regel rückwirkend zum 1. des Monats gültig. Du kannst also theoretisch zu jeder Zeit einen Antrag stellen.

Was passiert, wenn sich meine Einkommensverhältnisse innerhalb des Bewilligungszeitraumes verändern?

Du hast gegenüber dem Wohngeldamt eine Meldepflicht, wenn sich innerhalb des Bewilligungszeitraumes dein Einkommen um mehr als 15 Prozent erhöhen sollte. Falls du plötzlich weniger verdienen solltest, kannst du ab einer Differenz 10 Prozent eine Neuberechnung deines Wohngeldes beantragen. 

Was ist ein „bereinigtes Einkommen“?

Von deinem Jahresbruttoeinkommen wird zunächst eine Werbekostenpauschale von 1000 € abgezogen. Zu diesem Pauschalabzug können unter bestimmten Umständen weitere Abzüge um 10 Prozent, 20 Prozent, bzw. maximal 30 Prozent hinzukommen. So werden noch einmal jeweils 10 Prozent vom Bruttojahreseinkommen abgezogen, wenn du oder eines deiner Haushaltsmitglieder entweder

  • Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung oder
  • Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder
  • Einkommensteuern zahlt.

Wie hoch darf meine Miete maximal sein?

Es gibt keine maximale Miethöhe, ab der du keinen Anspruch mehr auf Wohngeld hättest. Jedoch ist der Mietbetrag, der in die Berechnung deines Wohngeldes eingeht, gedeckelt. Dieser Deckel orientiert sich an der sogenannten Mietstufe: Oldenburg gehört beispielsweise zur Mietstufe IV. Das heißt der Maximalbetrag der Miete, die bezuschusst wird, liegt für einen Ein-Personen-Haushalt bei 478 € (Stand 01/2021). Im Internet findest du Mietstufentabellen, in denen du den Höchstbetrag der bezuschussten Miete in Abhängigkeit von der Personenzahl im Haushalt und deinem genauen Wohnort ablesen kannst.