Das Projekt macht sich die Aufklärung der Studierendenschaft über inneruniversitär oder gesamtgesellschaftlich virulente Themen zur Aufgabe. Dabei wird versucht eine inhaltliche Auseinandersetzung an den Gegenständen zu leisten und nicht sich in vermeintlich „linke“ oder „rechte“ Deutungsmuster zu ergeben. Dagegen sollen gerade falsche Vorstellungen der gesellschaftlichen Verhältnisse als Ideologie enttarnt werden. Solche Ideologie entspringt als falsche Vorstellung den gesellschaftlichen Verhältnissen selbst, indem diese jene evozieren, aber nicht determinieren. Diese sind damit nicht einfach als falsch zu denunzieren, sondern treffen jeweils ein Moment an der Oberfläche der Verhältnisse, das aber als verkehrt erscheinendes als eigentliches Wesen der Verhältnisse aufgenommen wird. Diese Ideologien müssen kritisiert werden, in dem sie auf ihre gesellschaftliche Vermitteltheit verwiesen werden.

Rassismus und Antisemitismus sind daher als ausgewiesene Themen in ihrer gesellschaftlichen Funktion und nicht bloß anhand ihrer oberflächlichen Erscheinungsweise zu analysieren. 

Im Modus der Kritik der falschen Vorstellungen von den Verhältnissen liegt der Anspruch der Wahrheit, der gleichzeitig als gewaltfreie Vermittlung zwischen den Individuen Prinzip jeder Bildung und damit Vorschein besserer Verhältnisse sein müsste. Dagegen ist etwa die Betonung von Plagiat und geistigem Eigentum nur in einer Gesellschaft sinnhaft, in dem diese mögliche Vermittlung zwischen den Menschen tendenziell verunmöglicht ist, weil es die universelle Konstitution von Bildung in das partikulare Rechtsinstitut presst. Allein schon deswegen widerspricht sie einem emphatischen Begriff der Bildung und muss als solche kritisiert werden. So begibt sich Bildung in einen Widerspruch mit sich selbst, da sie auf Verhältnissen beruht und ermöglicht wird, in denen Herrschaft wirklich ist, die ihrem eigenen Prinzip jedoch zuwiederläuft. Sinnhaft sein kann sie so nur im Modus der Kritik, in der Agitation gegen die Form ihrer materiellen Grundlage selbst, d.i. die kapitalistische Produktionsweise. 

Fragen, Einfälle und Vorschläge für Bildungsangebote in Form von etwa Vorträgen, Workshops u.ä. sind jederzeit willkommen.