Ringvorlesung - Fahrrad und klassische Windmühle an grünem Punkt der die Erde repräsentiert

Wie reist man mit einem Fahrrad um die Welt? Was passiert eigentlich auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Bonn? Warum sieht die Postwachstumsökonomie die Energiewende kritisch? Und was verbirgt sich hinter dem Kürzel Olegeno?

Die Verkehrs- und Energiewende ist einer der großen, aktuellen Herausforderungen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft. Deswegen möchte sich der AStA dem Thema aus einer studentischen, praxisnahen und kritischen Perspektive nähern. Dazu veranstalten wir im Wintersemester zweiwöchentlich eine vielfältige Veranstaltungsreihe in verschieden Formaten wie Vortrag, Podiumsdiskussion, Filmvorführung oder Exkursion.

Für Fragen, Anregungen oder um auf den Ringvorlesungs-Newsletter zu gelangen, wendet Euch bitte an jonas.bannert@asta-oldenburg.de

Das weitere Programm ist noch in der Planung, Aktualisierungen findet ihr hier und unter:  www.facebook.com/AstaOldenburgCvO

 

Einführung

„Auf dem Weg zur Mobilitätswende: Die Verkehrswende genügt nicht.“

Eine Einführung in die Möglichkeiten und Grenzen der Verkehrswende von Dr. Bernhard Knierim

Dienstag, 24. Oktober 2017, um 18.15 Uhr
Hörsaal G (0-030) im Gebäude A7, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Dr. Bernhard Knierim führt zunächst in die Verkehrssituation in Deutschland ein, geht kritisch auf aktuelle Lösungsstrategien wie Biokraftstoffe und Elektrofahrzeuge ein und entwickelt eigene Lösungsvorschläge hin zu einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik. Dabei geht er vor allem auf die Frage des fortgesetzten Verkehrs- und Transport-Wachstum sowie die Fixierung auf rein technische Lösungen ein.

Der Referent Dr. Bernhard Knierim, Jahrgang 1978, ist Biophysiker und Politikwissenschaftler. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Bundestag und setzt sich für einen grundlegenden Wandel der Verkehrspolitik ein. Von ihm erschien zuletzt bei Promedia „Essen im Tank. Warum Biosprit und Elektroantrieb den Klimawandel nicht aufhalten“ (2013) und „Ohne Auto leben. Handbuch für den Verkehrsalltag“ (2017).

www.facebook.com/events/1917849458485888

 

Veranstaltung

„Per Anhalter und dem Fahrrad quer durch Europa“

Veranstaltung.

Di, 21. November, 18.15 Uhr
Aula (Gebäude A11) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Gerade junge Menschen reisen gerne mit dem Flugzeug in weit entfernte
Länder, einer besonders klimaschädlichen Mobilitätsform. Gleichzeitig
erleben alternative, entschleunigte Reiseformen wie Radfahren, Trampen
oder Wandern ein Revival. Diese Veranstaltung soll eine Plattform für
verschiedene, alternative Reiseformen bieten und Tipps dazu geben

Trampen.
Trampen, das Mitfahren in einem fremden Auto, wird momentan wieder
populär. Kein Wunder, schließlich ist es eine horizonterweiternde
Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Auf dem Weg lernt man oft
spannende Menschen kennen und hat so die Möglichkeit Land und Leute
aus einem anderen Blickwinkel eines Einheimischen zu sehen. Zudem ist
es in der Regel kostenlos und auch umweltfreundlich, da man vorhandene
Ressourcen nutzt. Deswegen ist es Zeit, sich mal tiefer mit dieser
Mobilitätsoption auseinander zu setzen. Dazu haben wir Hannes
eingeladen, ein erfahrener Tramper, der zu einem Erfahrungsaustausch
einlädt und gute Tipps parat hat. Egal ob alter Tramphase oder noch
nie auf der Straße gewesen – alle Menschen sind herzlich dazu
eingeladen, teilzunehmen.

Fahrradfahren.
Mit Klapprad, Zelt & Rückenwind – auch das Fahrradfahren ist eine
gerade auch unter jungen Menschen wiederentdeckte Form des Reisens. So
wird Jelte von seinen Reisen mit dem Fahrrad berichten – und sich euren
Fragen für eure erste Fahrradtour stellen (angefragt).

Vortrag

„Ökologisches Grundeinkommen – Klimapolitik mit Ökosteuern und Umverteilung.“

Vortrag von Ulrich Schachtschneider.

Di, 28. November, 18.15 Uhr
Aula (Gebäude A11) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Engagierte „Ökos“ versuchen schon heute einen Life Style mit geringen CO2 -Fußabdruck. Doch um eine CO2-arme Kultur und Technologien auf die ganze Ökonomie und Gesellschaft auszuweiten, dürfen die Preissignale dem nicht zuwiderlaufen: Auf klimaschädlichen Ressourcenverbrauch gehört ein saftiges Preisschild. Wie aber ist das möglich, ohne die Ärmsten zu treffen? Und wäre eine Besteuerung von Ressourcen nicht eine Monetarisierung unserer gemeinsamen Umwelt?

Der Oldenburger Autor und Postwachstumstheoretiker Ulrich Schachtschneider stellt den von ihm entwickelten Ansatz „Ökologisches Grundeinkommen“ zur Diskussion und zeigt erste Schritte dorthin auf.

Podiumsdiskussion

„Retrospektive UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn – eine Einführung in die internationale Klimapolitik.“

Vortrag von Dr. Manfred Treber.

Di, 12. Dezember, 18.15 Uhr
Aula (Gebäude A11) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Dieses Jahr im November fand die UN-Weltklimakonferenz COP23 in Bonn statt. Vertreter_innen aus der ganzen Welt debattieren über die Zukunft unseres Klimas. Doch was bedeutet das eigentlich?

Wir haben mit Dr. Manfred Treber einen erfahrenden Referenten eingeladen, um uns in die internationale Klimapolitik und den aktuellen Stand der Klimaverhandlungen einzuführen, aus der Retrospektive auf die COP23 in Bonn zu schauen und mit Blick auf Deutschland zu fragen, wie weit der Stand der Energiewende ist und ob Deutschland ein weltweiter Vorreiter zum Thema Klimapolitik ist.

Dr. Manfred Treber ist Klima- und Verkehrsreferent der NGO Germanwatch, Vorstand des Arbeitskreises Energie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Mitglied im Advisory Committee von CO2GeoNet und Ko-Koordinator der Arbeitsgruppe „science-policy“ des Climate Action Networks (CAN). Dr. Manfred Treber nahm bisher an allen Klimagipfeln teil und war auch bei der COP23 in Bonn aktiv dabei.

Siehe auch Facebook Event.

Podiumsdiskussion

„Fahrverbote, Staus und dicke Luft – wie kann die Verkehrswende in Oldenburg ablaufen?“

Eine Veranstaltung des AStA in Zusammenarbeit mit der Critical Mass Oldenburg

Di, 09. Januar, 18.15 Uhr
Bibliothekssaal der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Der Verkehr ist für 20% der Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich. Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid werden in Oldenburg seit Jahren deutlich überschritten – Gesundheitsbeeinträchtigungen sind die Folge. Außerdem droht die Deutsche Umwelthilfe Oldenburg mit massiven Schadensersatzklagen, sollte das Problem nicht in den Griff bekommen werden. Wir haben mit Herrn Dr. Norbert Korallus (Leitung Verkehrsplanung Oldenburg), Gernot Lucks (VCD Oldenburg), Stefan Mahl (Ecocion Bioladen mit Lieferservice in Oldenburg) und Roman Eichler (Oldenburger Fahrradaktivist) spannende Podiumsgäste eingeladen, um über Visionen, Hemmnisse und Lösungsvorschläge für eine Verkehrswende in Oldenburg zu diskutieren.

Film, Vortrag, Vorstellung

Wird die Energiewende ausgebremst? – Was Bürgerenergiegenossenschaften bewirken könnten (wenn die Politik sie ließe)

Eine Kooperationsveranstaltung des ASTA mit der Oldenburger Energie-Genossenschaft Olegeno

Di, 16. Januar 2018, 18.15 Uhr
UNIKUM der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

I Filmvorführung „Sonne, Wind und Wut – Wird die Energiewende ausgebremst?“
II Kurzvortrag „Was Energiegenossenschaften bewirken können“ (Dr. Christian Lautermann)
III Vorstellung der Oldenburger Energie-Genossenschaft OLEGENO und Diskussion über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Energiewende vor Ort.

I Saubere Energie aus Sonne, Wind und Wasser, die jede/r selbst erzeugen kann – das war die Idee des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aus dem Jahre 2000. Die Dokumentation „Sonne, Wind und Wut – Wird die Energiewende ausgebremst?“ (D 2016, 30min) fragt nach, was eigentlich aus der Energiewende geworden ist. Sie wurde einst von engagierten Bürgern auf den Weg gebracht, scheint aber seit einigen Jahren ins Stocken geraten. Wieso kommt die Abkehr von fossilen Brennstoffen nur so schleppend voran, wo es doch an unzähligen Orten in Deutschland Menschen gibt, die sich für ihre Energiewende vor Ort einsetzen wollen?

II Häufig erfolgt dieses Engagement über so genannte Bürgerenergiegenossenschaften. Welche besonderen Potentiale in dieser bürgernahen Organisationsform stecken, erklärt im Anschluss an den Film ein Vortrag von Dr. Christian Lautermann. Er hat über mehrere Jahre in dem Forschungsprojekt „EnGeno“ (www.engeno.net) die „Transformationspotentiale von Energiegenossenschaften“ erforscht.

III Als konkretes Beispiel für das Bemühen um eine „Energiewende in Bürgerhand“ wird im Anschluss die Arbeit der Olegeno Oldenburger Energie-Genossenschaft eG vorgestellt. Dabei werden vielfältige Möglichkeiten aufgezeigt, wie man konkret in Oldenburg am Gelingen der Energiewende mitwirken kann.

Vortrag

Reflexionen und Werkzeuge von und für die Klimabewegung.

Klimaaktivist*innen der Basisgruppe ausgeCO2hlt stellen ihre neues Buch ‚Wurzeln im Treibsand‘ vor.

Mi, 17. Januar 2018, 18.15 Uhr
Raum 0-018 (Gebäude A11) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Der Ruf nach Klimagerechtigkeit wird lauter! Ein guter Zeitpunkt für die Basisgruppe ausgeCO2hlt, über fünf Jahre Bewegungsaufbau zu reflektieren und mögliche Wege nach vorne zu formulieren. Wurzeln im Treibsand liefert vielfältige Perspektiven, tiefgehende Analysen und spannende Strategien für den Kampf um eine bessere Welt und für ein Klima der Gerechtigkeit. Für alle, die neu in die Bewegung kommen wollen oder schon länger dabei sind: Wurzeln Im Treibsand gibt Orientierungshilfen, legt den Finger in die Wunde und will Debatten entfachen. Immer mit dem Ziel, die Bewegung auf ein neues Level zu heben.

ausgeco2hlt tritt für den sofortigen Braunkohleausstieg ein. Sie verstehen sich als eine offene Gruppe, in der sich Menschen mit unterschiedlichem politischen Hintergrund vernetzen und gemeinsam gegen den Klimawandel aktiv werden können. Sie sind überzeugt, dass für eine tatsächliche Energiewende an monopolisierten Machtstrukturen gerüttelt werden muss und die Spielregeln einer Wirtschaft geändert werden müssen, die auf grenzenlosem Wachstum und Ressourcenverbrauch aufbaut. Dazu braucht es selbstbestimme Lebensweisen als Alternative zu überflüssigem Konsum. Und vor allem braucht es eine breite soziale Bewegung, die das Thema Klimaschutz auch mit direkten, ungehorsamen Aktionen auf die Straße bringt.
Eine Kooperationsveranstaltung des ASTA mit der Klimaaktion Oldenburg.

Vortrag

Die Energiewende ist gescheitert – eine wachstumskritische Analyse

Vortrag von apl. Prof. Dr. Niko Paech

Di, 23. Januar 2018, 18.15 Uhr
Aula (Gebäude A11) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Der Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech hält die sogenannte „Deutsche Energiewende“ für ein Ablenkungsmanöver, mit dem die dringend notwendige, aber eben unpopuläre Änderung des Mobilitäts- und Konsumverhaltens verhindert werde. Paechs Thesen werden von dem Grundgedanken bestimmt, dass ein immerwährendes Wirtschaftswachstum nicht funktionieren kann. Während sich Paech ausdrücklich für den Klimaschutz ausspricht und den Ausstieg aus der Kohle- und Kernenergie befürwortet, hält er die momentan präferierten Alternativen — Windkraft und Solarenergie — für nicht hinreichend. Die Energiewende basiere seiner Meinung nach auf einem technologisch orientierten, lediglich vermeintlichen Klimaschutz, bei dem die eigentliche Herausforderung völlig aus dem Fokus gerate.

Der Wirtschaftswissenschaftler apl. Prof. Dr. Niko Paech ist einer der Vordenker zum Thema „Postwachstumsökonomie“. Er forscht und lehrt unter anderem in den Bereichen Klimaschutz, nachhaltiger Konsum, Umweltökonomik, Sustainable Supply Chain Management, Nachhaltigkeitskommunikation, Diffusionsforschung, Innovationsmanagement und Postwachstumsökonomik. Von 2008 bis 2016 hat er den Lehrstuhl für Produktion und Umwelt („PUM“) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg vertreten. Seine Beiträge zur Postwachstumsökonomie haben die Universität Oldenburg europaweitbekannter werden lassen. Trotz großen Interesses der Studierendenschaft an seinem Verbleib hatte die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sein Ausscheiden veranlasst. Seitdem lehrt er an der Universität Siegen im Studiengang „Plurale Ökonomik“. Dennoch ist er in Oldenburg weiter aktiv, beispielsweise durch die von ihm mitorganisierte, öffentlichen Ringvorlesung „Postwachstumsökonomie“ (www.postwachstumsoekonomie.de), als Aufsichtsrat der Oldenburger Genossenschaften Polygenos und Olegeno, im Repair-Café oder als Beirat der „Werkstatt Zukunft“.