Viele Probleme der Universität haben ihren Ursprung in der Bildungspolitik der Landesregierung bzw. hängen mit dieser zusammen. Seien es die fehlenden Gelder für die Erweiterung und Sanierung der Universitätsgebäude, die immensen Kosten des Semesterbeitrags oder die mangelnden Beteiligungsmöglichkeiten der Studierenden an universitären Prozessen: Die Grundlagen für diese Mängel findet man auf der Landesebene, wie in der Unterfinanzierung der Hochschulen und der Studentenwerke [sic!] oder in dem Niedersächsischen Hochschulgesetz. Noch tiefergreifende Probleme lassen sich in der grundsätzlichen Organisation von Bildung erkennen: Innerhalb dieser findet die Vermittlung von Bildung nicht als Selbstzweck statt, sondern als Mittel zur Aufrechterhaltung der ideologischen und materiellen Grundlage der Gesellschaft und zur Optimierung kapitalistischen Wirtschaftens. Die frühe Selektion der Heranwachsenden ist dem inhärent und verfestigt bestehende Klassenverhältnisse, auch wenn Bildungspolitik sich mit dem Label der Chancengerechtigkeit schmückt. Eine Erziehung zur Mündigkeit wird strukturell verunmöglicht bzw. fällt allerhöchstens als Nebenprodukt der beruflichen Laufbahn für einen kleinen, meist privilegierten Anteil der Bevölkerung ab. Da in dem Referat die Forderung nach Bildung und Mündigkeit ernst genommen werden soll, wird die Organisation der Bildung auch in ihren Grundlagen kritisiert und versucht zu verändern. Es wird daher angestrebt, nicht nur auf Landes-, sondern ebenfalls auf Bundes- und europäischer Ebene wirken.

Welche Kernthemen bearbeitet das Referat? 

Es gibt einige bereits bestehende Projekte und Strukturen zur Vernetzung von Studierendenschaften, an denen in der kommenden Legislatur mitgewirkt werden soll. Diese beinhalten

  • die LandesAStenKonferenz (kurz LAK)
  • die Verkehrs-LandesAStenKonferenz (kurz V-LAK)
  • das VBN-Bündnis
  • der freie zusammenschluss von student*innenschaften (kurz fzs)
  • das Bündnis Lernfabriken… Meutern!

Im Folgenden soll die Teilnahme an diesen Organisationen kurz erläutert werden.

Durch die regelmäßige Teilnahme an der LAK soll einerseits an der studentischen Selbstvertretung gegenüber der Landesregierung teilgenommen und dort die spezifischen Interessen der Studierendenschaft der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg miteingebracht werden. Andererseits sollen die dort erarbeiteten Kampagnen (wie z. B. #lernenamlimit) und Stellungnahmen an der Uni vor Ort verbreitet werden. 

Die Teilnahme an der V-LAK und dem VBN-Bündnis (bestehend aus den am VBN-Ticket teilnehmenden ASten Niedersachsens) soll zu einer Verbesserung der Konditionen des bestehenden Semestertickets führen. Die stetige Erhöhung des Semesterticketbeitrags wird als kritisch betrachtet, Konsequenzen daraus wären eine klar formulierte Forderung nach Zuschüssen durch die Landesregierung oder eine Umstrukturierung des Semestertickets. Letzteres kann nur in Absprache mit der Studierendenschaft erfolgen. 

Die Vertreter_innen der Studierendenschaft der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg beim fzs werden aus der Mitte des Studierendenparlaments gewählt. Hier wird auf Bundesebene bildungspolitisch gearbeitet. Ein Beispiel für die Arbeit im fzs ist die Kampagne zur Einführung eines Solidarsemesters bedingt durch Corona. 

Die bestehende Zusammenarbeit bei Lernfabriken… Meutern! soll intensiviert werden. Dieses Bündnis stellt eine große Chance dar, da hier über rein studentische Belange hinaus die gesellschaftliche Organisation der Bildung in einigen Ansätzen grundsätzlich und radikal kritisiert und zu verändern angestrebt wird. Von der Beteiligung an diesem Bündnis und an deren Aktionen werden sich wichtige Impulse erhofft, die über andere etablierte Formen von studentischer Interessenvertretung hinausgehen.

Bei welchen Fragen/Anliegen/Problemen können sich die Studierenden an das Referat wenden? 

  • bei allen Fragen, Anregungen und Beschwerden rund um das Semesterticket (außer bei Anliegen zur Erstattung des Semestertickets, dafür an die SemesterticketErstattung wenden https://asta-oldenburg.de/semesterticket-erstattung/)
  • bei allen Fragen, Anregungen und Beschwerden rund um landes- und bundesweite Hochschulpolitik, insb. zu den aufgeführten Organisationen, in denen wir als AStA vertreten und aktiv sind 
  • sehr gerne bei Fragen danach, wie es möglich ist, sich bei diesen Belangen selber einzubringen