Wenn du in einen normalen Supermarkt gehst, fällt dir auf wie viele Sachen heutzutage in Einwegpackungen verkauft werden?

Was passiert mit diesen Einwegpackungen zuhause?

Richtig, man wirft sie weg und sie erfüllen ihren Zweck genau einmal! Nur die wenigsten Güter werden in Mehrzweckpackungen ausgeliefert, wie z.B. Flaschen, aber sonst?

Warum Recyclingpapier?

In Deutschland haben wir derzeit einen Verbrauch pro Kopf von rund 230 kg Papier pro Jahr, dies entspricht einem Gesamtverbrauch von ca. 19 Millionen Tonnen. Mehr als die Hälfte dieses Papiers wird importiert und für den Rest werden über 90% der benötigten Holzmenge importiert. Oft ist nicht mehr nachvollziehbar, woher das Holz stammt.

Problematische Etiketten

Am häufigsten aufzufinden ist wohl das Etikett „tropenholzfrei“, aber was bedeutet es? Das Holz stammt nicht aus Tropenwäldern, sondern beispielsweise aus Plantagen auf ehemaligen Abholzungsflächen der Tropenwälder. Selbst wenn das Holz nicht aus den Tropen kommt, so stammt es doch meist aus großflächigen Abholzungen in den Urwäldern Kanadas und Sibiriens.

Seit vermehrt chlorfrei gebleichtes Papier hergestellt wird, ist die Frage nach Recyclingpapier deutlich zurückgegangen. Faxpapierrollen z.B. werden inzwischen gar nicht mehr aus Recyclingpapier hergestellt, da es keine Nachfrage dafür mehr gibt.

Chlorfrei gebleicht heißt aber lange nicht umweltfreundlich. Zum einen wird dieses Papier aus Frischfaser hergestellt, dies hat aber keinen Einfluss auf den Holzverbrauch. Zum anderen fallen beim Bleichen Schwermetallverbindungen an, die aufwendig entsorgt werden müssen. Nur eben je nach Methode kein bzw. weniger Chlor. Papierrecycling trägt nicht nur entscheidend zum Waldschutz bei, weltweit wird zurzeit jeder fünfte gefällte Baum zu Papier, sondern ist zudem erheblich energie- und schadstoffärmer als Primärfaserherstellung. Es wird nur ca. ein Drittel der Wassermenge und die Hälfte der Energie benötigt…

An unserer Uni

Besonders an einer Hochschule ist der Papierverbrauch naturgemäß sehr hoch. Vom papierlosen Büro der Zukunft sind wir noch weit entfernt. Unsere Universität benutzt in Druckern und Kopierern bereits überall Recyclingpapier seit 1996.

Sieht man sich in Seminaren um, erblickt man nur selten einen Collegeblock oder Heft aus Recyclingpapier. Schuld daran ist sicher auch der höhere Aufwand, solche zu bekommen. Diese Situation entsteht gerade aus einem Mangel an Nachfrage.

Ungerechtfertigter schlechter Ruf

Recyclingpapier hat immer noch einen schlechten Ruf. Aber zu Unrecht. Recyclingpapier, dass die geltenden DIN-Normen erfüllt, und dies tun alle im Handel erhältlichen Recycling-papiere, ist genauso alterungsbeständig, staubarm und bedruckbar wie vergleichbares Frischfaserpapier. Zudem gibt es inzwischen Recyclingpapiere in vielen Weißegraden. Von 60%, was dem allgemein bekannten „grauen“ Aussehen von Recyclingpapier entspricht bis zu 94%, das nicht mehr von weißem Frischfaserpapier zu unterscheiden ist. Auch farbiges Papier ist als Recyclingpapier erhältlich. Unter Umweltaspekten ist graues Papier dem Weißen vorzuziehen, da das Bleichen und Weißen einen deutlich höheren Schadstoff- und Energieaufwand mit sich bringt, als das rein mechanische Deinken (entfernen der Druckerfarbe). Zudem kann für weißes Recyclingpapier nur ein geringer Anteil des anfallenden Altpapiers verwendet werden als bei grauem.