Langzeitstudiengebühr – wann wird sie fällig?

Die Langzeitstudiengebühr  beträgt 500,00 € pro Semester und muss dann gezahlt werden, wenn dein Studienguthaben aufgebraucht ist.

 

Was ist das Studienguthaben?

Grundsätzlich setzt sich das Studienguthaben aus der Zahl der Semester der Regelstudienzeit des Bachelors plus 6 weiteren Semestern zusammen. Für den konsekutiven (inhaltlich aufbauenden) Master wird lediglich die Zahl der Semester der Regelstudienzeit des Masterstudiengangs hinzugerechnet.

Beispiel:

Die Regelstudienzeit deines Bachelors sind 6 Semester. Damit wäre dein Studienguthaben nach 12 Semestern aufgebraucht. Willst du anschließend einen aufbauenden Master mit einer Regelstudienzeit von 4 Semestern machen, beträgt dein Studienguthaben insgesamt 16 Semester.

Wichtig ist dabei, dass alle Semester zählen, die du an einer deutschen Hochschule absolviert hast – selbst, wenn sich die Hochschule im Ausland befindet.

 

Wann wird das Studienguthaben nicht verbraucht?

Das Studienguthaben wird nicht verbraucht in den Semestern, in denen du

  • beurlaubt bist,
  • ein Kind unter 14 Jahren tatsächlich betreust,
  • eine/n nahe/n Angehörige/n pflegst,
  • in einem Gremium als gewählte/r Vertreter/in tätig bist oder
  • das Amt der Gleichstellungsbeauftragten wahrnimmst.

(Die letzten beiden Punkte gelten nur für höchstens 2 Semester.)

 

Wann werden Langzeitstudiengebühren nicht erhoben?

Ähnliche Gründe gelten dann, wenn du bereits dein Studienguthaben verbraucht hast. Die Langzeitstudiengebühr wird dann nicht erhoben für ein Semester, in dem du

  • beurlaubt bist,
  • ein Kind unter 14 Jahren tatsächlich betreust,
  • eine/ nahe/n Angehörige/n pflegst,
  • ein erforderliches Auslandssemester machst,
  • ein erforderliches Praktikum absolvierst, oder
  • das Praktische Jahr für Ärzte absolvierst wie auch die praktische Ausbildung der Ärzte nachbereitest.

 

Langzeitstudiengebühr – wem werden sie erlassen?

Auf Antrag werden die Langzeitstudiengebühren ganz oder teilweise erlassen, wenn sonst eine „unbillige Härte“ eintreten würde. Eine solche wird z.B. gesehen

  • bei studienzeitverlängernden Auswirkungen einer Behinderung oder schweren Erkrankung,
  • bei studienzeitverlängernden Folgen als Opfer einer Straftat,
  • bei ausländischen Studierenden, die zum Zwecke des Erwerbs der deutschen Sprache vor Aufnahme des Fachstudiums eingeschrieben waren. Hier wird die Dauer des Deutschkurses – längstens jedoch 2 Semester – anerkannt.
  • bei einer wirtschaftlichen Notlage, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
  1. der Student/die Studentin hat kein Studienguthaben mehr und
  2. der Student/ die Studentin befindet sich in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Abschlussprüfung (Bescheinigung des Prüfungsamtes über 150 KP beim Bachelor- bzw. 90 KP beim Masterstudiengang erforderlich) und
  3. der Student/ die Studentin befindet sich nachweislich in einer finanziellen Notlage (nachweislich in den letzten 3 Monaten ein Einkommen unterhalb des BAföG-Höchstsatzes – SoSe 18: 735 €).

Der Erlass ist nur für das Abschlusssemester möglich – sowohl für den Bachelor als auch den Master.

  • Im begründeten Einzelfall können weitere Härtefälle auf Antrag entschieden werden.

Die Anträge auf Erlass der Langzeitstudiengebühr sind an das Immatrikulationsamt zu stellen.