Die wichtigsten Informationen zur Nutzung des Semestertickets

Ihr seid euch unsicher, wo euer Semesterticket gilt? Möchtet wissen, wo ihr mit lokalen Bussen und Straßenbahnen fahren könnt oder ob ICs und ICEs auch im Semesterticket inbegriffen sind? Benötigt Informationen zur Mitnahme von Kindern, Fahrrädern oder Haustieren? Dann hat die Suche ein Ende, denn hier seid ihr genau richtig!

Nahverkehrszüge

Für die Nahverkehrszüge gilt eurer Semesterticket für ganz Niedersachsen, Bremen und darüber hinaus. Im Umland können Städte wie Münster, Magdeburg, Lübeck, Paderborn und viele weitere angefahren werden.
Im aufgeführten Bereich könnt in der gesamten Woche mit den Nahverkehrszügen in der zweiten Klasse verreisen.
Ausgeschlossen ist die Nutzung des Fernverkehrs (IC/EC/ICE). Eine Ausnahme gibt es aber! Zwischen Bremen und Norddeich (Mole)/Emden Außenhafen darf der IC genutzt werden. Außerdem muss bei der Nutzung der Hamburger S-Bahn aufgepasst werden: Das Semesterticket gilt ausschließlich auf den Streckenabschnitten S3 Stade – Hamburg Hbf und S31 Neugraben – Hamburg Hbf. 

Lokalverkehr

Die Nutzung von Bussen, Straßen- und U-Bahnen gilt nicht für den gesamten Bereich des Schienennahverkehrs, sondern nur für das VBN Gebiet. Darüber hinaus könnt ihr den Buslinienverkehr im Gebiet der Verkehrsregion Nahverkehr Ems-Jade (VEJ) und der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Cloppenburg (VGC) nutzen.
Für Städte außerhalb des Gebiets wie z. B. Hamburg oder Hannover müssen also für die Busse, U-Bahnen etc. ein Ticket gelöst werden.
Die Nachtschwärmer_innen unter euch müssen auf folgendes aufpassen:
Grundsätzlich könnt ihr in dem Gebiet auch die Nachtlinien nutzen, für die sogenannten NachtEulen – auch genannt Disco-Busse – gilt das Semesterticket allerdings nicht.

Unterwegs nach Groningen

Die schöne Stadt Groningen ist nicht auf der Karte vermerkt, seit dem Wintersemester 2018/2019 ist diese aber auch im Semesterticket enthalten. Um dorthin zu kommen, könnt ihr auf dem Streckennetz Leer-Weener-Groningen den Nahverkehrszug und zwischen Leer und Groningen den Schnellbus nutzen. 

Mitnahmeregelungen

Kinder bis einschließlich fünf Jahre können kostenlos mitfahren. Für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren muss ein zusätzlicher Kinderfahrtschein gekauft werden. Jugendliche ab 15 Jahren müssen einen regulären Fahrschein kaufen.
Eine Fahrradmitnahme ist nicht im Semesterticket enthalten, zur Mitnahme müsst ihr daher eine Fahrradtageskarte lösen. Für die Mitnahme von Haustieren gelten die Beförderungsbedingungen des Niedersachsentarifs.

Erstattung und Entschädigung

Die Finanzierung des Semestertickets basiert auf dem Solidaritätsprinzip. Somit müssen grundsätzlich auch Studierende, die das Semesterticket nicht unbedingt brauchen, ihren Beitrag zahlen. Es gibt allerdings einige Umstände, die eine Erstattung des Semestertickets ermöglichen, wie z. B. bei Auslands- oder Urlaubssemestern, Krankheiten oder Exmatrikulation. Alle weiteren Informationen zur Semesterticket-Erstattung findet ihr hier

FAQ zum Semesterticket

Warum ist der Semesterticketbeitrag für das Wintersemester 20/21 trotz Corona gestiegen?

Die Beitragsordnung zum Wintersemester 20/21 wurde in der Sitzung des Studierendenparlaments am 4. Dezember 2019 beschlossen. Das Studierendenparlament war zum Zeitpunkt der Corona-Krise, also im März, nicht mehr beschlussfähig, mangels Möglichkeit zur Konstituierung nach der Wahl Ende Januar (die konstituierende Sitzung hat erst im Juli stattgefunden). Im Laufe der Verhandlungen mit dem VBN kam es schließlich zur Beibehaltung des Preises vom Wintersemester 19/20, dieser konnte allerdings mangels Beschlussfähigkeit des Studierendenparlaments nicht mehr in die Beitragsordnung einfließen. Die Preisdifferenz von 3,20€ soll in die Beitragsordnung zum Sommersemester 2021 einfließen. 

Unabhängig davon haben wir in unseren Verträgen mit den Verkehrsunternehmen rechtlich bindende Kündigungsfristen, welche zum Zeitpunkt der Corona-Krise bereits für das Wintersemester 20/21 abgelaufen waren. Darüber hinaus ist einer Kündigung des landesweiten oder VBN-Semesterticket einer Urabstimmung oder repräsentativen Umfrage voranzugehen. 

Die Corona-bedingt vermutlich geringere momentane Nutzung des ÖPNV wird sich dann vermutlich im Preis für das Semesterticket zum WiSe 21/22 niederschlagen, da die Vereinbarung über den neuen Preis des Semestertickets stets für zwei Semester gilt. 

Warum wurde an dem Semesterticket trotz Corona und der damit verbundenen Umstellung auf Online-Lehre nichts geändert?

Die vertraglichen Bestimmungen zum Semesterticket sind eher langfristig und nicht auf eine solche plötzlich eintreffende Krise wie Corona ausgerichtet. Die Änderung des Umfangs Semestertickets hätte eine Vertragskündigung oder eine Änderung dieser vorausgesetzt, welche allein schon aus Zeitgründen nicht möglich waren. Weiterhin hätten wir dies als AStA nicht alleine, sondern nur zusammen mit dem am VBN- oder dem landesweiten Semesterticket teilnehmenden ASten tun können.
Zu beachten ist außerdem, dass ab dem Wintersemester voraussichtlich zumindest teilweise Lehre vor Ort stattfinden wird, darüber hinaus ist das Ticket nicht nur für Fahrten zur Universität, sondern auch zur Ermöglichung der Bewältigung des Alltags gedacht, welches für viele Studierende die Nutzung des ÖPNV voraussetzt.

Ich brauche das Semesterticket nicht und/oder kann es mir nicht leisten. Kann ich mir den Beitrag zurückerstatten lassen?

Das Semesterticket folgt dem Solidaritätsprinzip: Durch solidarische Zahlung des Preises für das Semesterticket soll für alle Studierenden ein Mindestmaß an Mobilität gewährleistet werden. Gäbe es diesen Solidarcharakter nicht, könnten sich diejenigen Studierenden, die existentiell auf das Ticket angewiesen sind, es sich nicht leisten.

Unter bestimmen Voraussetzungen ist aber eine Erstattung des Beitrags zum Semesterticket möglich. Diese findet ihr hier.

Warum ist der Beitrag zum Semesterticket kontinuierlich gestiegen?

Zum einen liegt dies an der schrittweisen Ausweitung des Geltungsbereichs. So wurden zum ursprünglichen VBN-Semesterticket zunächst weitere Zusatzstrecken wie die nach Hannover, Osnabrück et. hinzugefügt, bis schließlich 2018 nach erfolgter Urabstimmung des Landesweite Semesterticket eingeführt wurde. Im Jahr kam es zu einer weiteren Ausweitung, der Strecke nach Groningen. 

Doch auch unabhängig von diesen Gebietsausweitungen ist der Preis angestiegen. Von Seiten der Verkehrsunternehmen wurde dies mit u. a.  mit gestiegenen Tarifkosten, gestiegene Spritkosten, erhöhten Nutzungszahlen und rückläufigen Zuschüsse der öffentlichen Hand begründet. Inwiefern man sämtliche Argumente als valide und damit die Preissteigerungen hinnimmt, ist sicherlich diskutabel. Dass die Studierendenschaften von den steigenden Kosten für die Nutzung des ÖPNV (laut dem Statistischen Bundesamt zwischen 2000 und 2018 alleine um fast 79%) gänzlich unbetroffen bleiben, ist leider unrealistisch.
In dem weiteren Einsatz für günstigere Preise des Semestertickets darf es demnach nicht bei den Verhandlungen mit den einzelnen Verkehrsunternehmen bleiben; grundsätzlich ist der eklatante Mangel an Bezuschussung zum ÖPNV zu skandalisieren und dem ist auf Landes- und Bundesebene entgegenzuwirken. 

Ihr habt weitere Fragen, Probleme oder Beschwerden? 

Bei Fragen könnt ihr euch stets an die Mitarbeiter_innen des AStA wenden, selbstverständlich auch bei Beschwerden. Da das Semesterticket stets im Wandel ist, ist dies ausdrücklich erwünscht! Eure vorgebrachte Kritik oder Anregung trägt dazu bei, das Angebot des Semesterticket gemäß den Interessen der Studierendenschaft umzustrukturieren. Ihr seid also herzlich eingeladen, euch beim AStA mit eurem Anliegen zu melden.

Links

Ihr findet viele weitere wichtige Informationen unter