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Zum 26. BAföG-ÄnderungsgesetzAm 15.07.2019 wurde die 26. Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes veröffentlicht und ist damit formal in Kraft. Zentral steht die Erhöhung der Bedarfssätze, auch bei der aktuell massiven Bewerbung durch die Studenten- [sic!] und Studierendenwerke – die Förderungszahlen sollen bis 2021 um 100 000 Personen steigen, da diese zuletzt rückläufig waren. Erhielten 2017 noch 782 000 Personen Leistungen nach dem BAföG, waren es 2018 nur noch 727 000 Personen, ein Minus von 7,1% [1]. Der Grundbedarf steigt zum Wintersemester 2019 von bisher 399€ auf 419€, die Wohnpauschale legt 75€ zu auf 325€ und der Zuschlag zur Kranken- und Pflegeversicherung steigt um 23€ auf 109€ für unter 30-Jährige. Insgesamt klettert der „BAföG-Höchstsatz“ von 735€ auf 853€ für Studierende [2].

Auch an den Rückzahlungsmodalitäten tut sich was: „Maximal müssen 77 Monate lang 130 € pro Monat einkommensabhängig zurückgezahlt werden. Das sind insgesamt maximal 10.010 €. […] Wer wegen seines zu geringen Einkommens niedrigere Rückzahlungsraten als 130 € pro Monat beantragt, wird nach 77 Monatsraten schuldenfrei – auch, wenn insgesamt weniger als 10.010 € zurückgezahlt wurden. Wenn trotz nachweisbarem Bemühen und Mitwirken binnen 20 Jahren nicht die 77 Tilgungsraten gezahlt werden können, werden die dann noch bestehenden Schulden erlassen“ [3]. Ein einfacher Zugang zu einem Bildungskredit bei geringem Risiko sich massiv zu verschulden, dass insbesondere Menschen aus einkommensschwachen Verhältnissen ein Studium ermöglichen soll.

Leider versäumt der Gesetzgeber die Realität von Studierenden zu sehen und im Gesetz zu implementieren. So bietet das Studentenwerk [sic!] in Oldenburg gerade mal knapp 1000 Wohnheimplätze im Preisrahmen des BAföG an – bei fast 16000 Studierenden allein an der Universität Oldenburg. Auch bei Wohnalternativen aus der privaten Hand sieht es nicht besser aus. Bereits 2017 stieg in Oldenburg die durchschnittliche Nettokaltmiete bei Wohnungen bis 40qm auf 10€/qm [4]. Neben den explodierenden Wohnungskosten steigen auch die Semesterbeiträge, in Oldenburg sind diese aufgrund des Semestertickets bei mittlerweile 401,27€, sowie die Lebenshaltungskosten im Allgemeinen. Dabei sollte es ebenso wenig ein Geheimnis sein, dass Studierende heute ein eigenes Laptop zum Studieren benötigen, wie auch dass die Lebensmittelpreise seit Jahren deutlich stärker steigen als die Inflationsrate – das Leben der Moderne ist deutlich teurer als es der BAföG Rahmen zulassen würde.

Weiterhin behandelt der Gesetzgeber Schüler_innen, Studierende und Auszubildende als Menschen zweiter Klasse. So lag die Armutsgrenze 2018 bei 1035€ – 182€ über dem „BAföG-Höchstsatz“ nach der 26. BAföG-Novelle [5]. Im Tenor der vorherrschenden neoliberalen Ideologie wird dabei immer wieder darauf verwiesen, dass Studierende praktisch dankbar für das BAföG sein müssten. Die SPD Politikerin und MdB Elisabeth Kaiser lässt in ihrer Pressemitteilung vom 06.08.2019 verlauten: „Das BAföG ist wieder eine echte Alternative zum Nebenjob und ermöglicht es den Geförderten, sich voll auf ihre Ausbildung zu konzentrieren.“ [6]. Dass die Eigenfinanzierung einer Ausbildung, ausschließlich der feuchte Traum eines jeden Kapitalisten ist, für jeden Auszubildenden allerdings massive Selbstausbeutung bedeutet, ist in der deutschen sozialen Marktwirtschaft des 21. Jhd. scheinbar vollkommen irrelevant. Die Äußerung von Frau Kaiser ist allerdings im Kontext ihres Abstimmungsverhaltens nur schlüssig. Als echte Sozialdemokratin kämpft auch sie erfolgreich gegen Klimaschutz (Drucksache 19/10290, Drucksachse 19/9920) und für die Verschärfung von Asylgesetzen (Drucksache 19/10047) [7].

Alle wichtigen Änderungen zum BAföG sind zu finden unter:

www.studentenwerke.de/de/content/mehr-bafög-0

Quellen:

[1] www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/08/PD19_291_214.html

[2] www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl

[3] www.studentenwerke.de/de/content/mehr-bafög-0

[4] Wohnungsmarktbericht 2018, Stadtplanungsamt Stadt Oldenburg

[5] www.boeckler.de/wsi_50647.htm

[6] www.vogtlandspiegel.de/mdb-elisabeth-kaiser-zum-thema-bafoeg/1939396/

[7] www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/K/520786-520786

Bildquelle: www1.wdr.de/verbraucher/quintessenztippsundtrends-1150~_v-gseagaleriexl.jpg
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1 Woche vergangen

Zum 26. BAföG-Änderungsgesetz

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Was regt ihr euch über die hohen Kosten des Semestertickets auf? Die scheiße habt ihr verzapft. Die Lösung ist doch ganz einfach. Ein drei Stufen System. Stufe 1: Verpflichtendes Semesterticket, 12€ im Semester, gilt nur in Linie 306 Stufe 2: Optionales Semesterticket, gilt für alle Busse in Oldenburg. Stufe 3: Landesweites Semesterticket, kostet dann eventuell 600€-800€, wer das nutzen will zahlt das, wer nicht halt nicht. Da wäre schon mal ein Monat essen locker wieder drinnen für die, die grade im Sommersemester gerne mit dem Fahrrad fahren oder direkt neben der Uni wohnen.

+++Pressemitteilung: Wohnheime für Studierende sanieren+++

Für die Renovierung von Wohnheimen der niedersächsischen Studentenwerke sieht der Haushalt des Landes Niedersachsen wieder keine Mittel vor. Daher fordern die ASten (Allgemeinen Studierendenausschüsse) des Landes Niedersachsen Geld für die Renovierung von Wohnheimen. Außerdem fordern wir die Übernahme der tariflichen Lohnsteigerungskosten für Angestellte der Studentenwerke, um die Semesterbeiträge der Studierenden nicht noch weiter zu erhöhen.

Die Zahl der Studierenden hat sich seit der letzten Anhebung der Landesmittel für die Studentenwerke im Jahr 2014 massiv erhöht. Die Studentenwerke kümmern sich um die Bedürfnisse der Studierenden, wie die Unterbringung, Verpflegung und soziale Beratung. Weil die staatliche Förderung nicht reicht, stoßen die Studentenwerke an ihre Grenzen, wenn sie den Fragen und Problemen der Studierenden gerecht werden wollen. Ein Beleg dafür sind die langen Wartelisten für studentische Wohnheimplätze.

Was in den letzten Jahren nicht gestiegen ist, ist das Geld des Landes Niedersachsen für die Unterbringung der immer mehr werdenden Studierenden. Neue Wohnheime müssen gebaut und alte renoviert werden. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler verspricht in seiner Rede zur Unterrichtung des Ausschusses für Wissenschaft und Kultur im Niedersächsischen Landtag am 18.12.2017: „Daneben müssen auch bestehende Wohnheime saniert werden […]. Dafür plant das MWK ein Sonderprogramm aufzulegen, um die Studentenwerke finanziell zu unterstützen“. Für die Renovierung von teilweise 35 Jahre alten Wohnheimen gibt es aber bis heute kein Programm und somit keine Zuschüsse. Die Kosten dafür soll jetzt die aktuelle Studierendengeneration tragen. Die ASten des Landes Niedersachsen finden: Das darf nicht sein!

Die Preise für das Mensa-Essen werden an einigen Standorten verdoppelt, die Semesterbeiträge fast jährlich erhöht. Einige Studentenwerke haben Erhöhungen der Beiträge von über 35 % auf bis zu 107 Euro angekündigt. Die ASten des Landes sehen hier versteckte Studiengebühren, die es längst nicht mehr geben sollte! Während der Beitrag für das Studentenwerk in München bei 62 Euro und in Stuttgart bei 55 Euro liegt, wird dieser im kommenden Wintersemester in Hannover und Göttingen 107 Euro und in Braunschweig 100 Euro betragen.

Das Land zieht sich aus seiner Verantwortung zurück, die Studierenden werden zur Kasse gebeten.
Die Landesregierung steht jetzt in der Pflicht, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und sich der Problematik anzunehmen.
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3 Wochen vergangen

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Notfalls kann man ja erstmal einbehaltene Kautionen für angeblich nicht gewischte Schrankinnenwände nutzen. Damit dürften ja schon zwei - drei neue Wohnheime entstehen können. 👍🏼

+++Servicepost+++
Einige haben es sicher schon mitbekommen: Derzeit ist es nicht möglich ein Fahrzeug bei Cambio über den AStA zu mieten. Aufgrund der Tarifumstellungen bei Cambio kann das bisherige Verleihsystem im AStA nicht beibehalten werden. Derzeit prüfen wir, ob und wie der AStA weiterhin Studierende beim Mieten von Fahrzeugen unterstützen kann.
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4 Wochen vergangen

+++Servicepost+++
Einige haben es sicher schon mitbekommen: Derzeit ist es nicht möglich ein Fahrzeug bei Cambio über den AStA zu mieten. Aufgrund der Tarifumstellungen bei Cambio kann das bisherige Verleihsystem im AStA nicht beibehalten werden. Derzeit prüfen wir, ob und wie der AStA weiterhin Studierende beim Mieten von Fahrzeugen unterstützen kann.

+++Gegenkundgebung zum AfD Stammtisch heute+++
antifaelf.blogsport.de/2019/07/16/afd-plant-stammtisch-an-der-graf-anton-guenther-schule-in-oldenburg/
Treffpunkt: Mittwoch, 17.07.2019, 18:00 Uhr, Graf-Anton-Günther-Schule Oldenburg

+++Gegen antisemitische Propaganda an unserer Universität+++
Immer wieder tauchen an der Universität Flyer der „NachDenkSeiten“ auf. So auch an den Pinnwänden des AStA. Der AStA hat diese nicht autorisiert und wird sie auch weiterhin nach Sichtung unverzüglich von allen Plattformen des AStA entfernen. Das antisemitische, vermeintlich Linke, Propagandablatt wurde 2003 von den Schröder-SPD frustrierten Sozialdemokraten Albrecht Müller und Wolfgang Lieb gegründet. 2015 verlässt Wolfgang Lieb die „NachDenkSeiten“, die zu dem Zeitpunkt bereits ein beliebtes Medium bei Anhängern von „attac“ und „linken“ Gewerkschaftern geworden sind, mit der Begründung, sein Mitherausgeber, Albrecht Müller, glaube gerne an Verschwörungstheorien [1]. Müller führte unter anderem Interviews mit Ken Jebsen, der bei RBB aufgrund von Antisemitismusvorwürfen gegen ihn gefeuert wurde, dem Israelhasser Martin Lejeune und mit Verschwörungstheoretikern wie Udo Ulfkotte und Daniele Ganser, letzterer wurde mit Zweifeln an den islamistischen Terroranschlägen am 11. September 2001 berühmt und befand, dass die Möglichkeit eines „inside job“ untersucht werden müsse [2].
Das sich ausgerechnet Mitglieder von „attac“ auf den „NachDenkSeiten“ wohl fühlen, scheint wenig verwunderlich, angesichts der Tatsache das „attac“ schon seit Jahren hilflos gegenüber linkem Antisemitismus ist, da dieser breit in der Basis verwurzelt ist. Bereits 2003 veröffentlichte die Zeit einen Artikel, in dem über die Problematik berichtet wird. So forderte „Linksruck“, eine Mitgliedsorganisation von „attac Deutschland“ „die "bedingungslose" Solidarität mit der Intifada gegen den "rassistischen Kolonialstaat Israel"“ denn „die Beschränkung unserer Solidarität auf die friedlichen Kräfte des palästinensischen Widerstands bedeutet in Wahrheit den Ausschluss der überwältigenden Mehrheit der Palästinenser und der antiimperialistisch fühlenden arabischen Massen aus der weltweiten Antikriegsbewegung."“ [3]. In guter deutscher Tradition soll also weiter, gemeinsam mit Islamisten und Rechtsextremen, geeint in der Querfront, gegen Jüd_innen, Israel, die USA und das „Finanzkapital“ gehetzt werden.
Tom Uhlig und Volker Koehnen schrieben Ende 2018 einen Beitrag zur verkürzten Neoliberalismus-Kritik der „NachDenkSeiten“: „Das Nachrichtenportal der NachDenkSeiten, dass sich selbst links verortet, argumentiert in dieser neoliberalismuskritisch antisemitischen Linie. Ein Paradebeispiel ist der Anfang Oktober erschienene Text über den Rücktritt des Goldman-Sachs-CEO Lloyd Blankfein. „Klar ist an dieser Stelle schonmal; als Inbegriff des ‚ehrbaren Kaufmanns‘ wird Blankfein nicht mehr in die Geschichtsbücher eingehen. Denn seine Bank Goldman Sachs ist nicht irgendwer; sie stand lange Zeit in Verruf, die ‚gierige Krake‘ im System zu sein, die Verkörperung des Raubtierkapitalismus schlechthin“, kommentierte die Redaktion den Rücktritt. Immerhin ist die „gierige Krake“ – schon seit dem Nationalsozialismus ein antisemitisches Symbol – in Anführungszeichen gesetzt, andererseits wird dieses Bild unbestimmten anderen untergejubelt. Weiter geht es dann mit dem Aufruf eines Kronzeugen: Greg Smith, ehemaliger Mitarbeiter, soll in der New York Times „das ‚giftige und zerstörerische‘ Wesen der Bank“ angeprangert haben. Praktischerweise wird gleich der Link mitgeliefert, mit dem sich belegen lässt, dass Smith eigentlich von einem „environment […] as toxic and destructive as I have ever seen it“ spricht, also keine Aussagen über einen vermeintlichen Wesenskern seines ehemaligen Arbeitgebers trifft, sondern das Betriebsklima moniert. Über das Denken von „Blankfein & Co“ weiß die Redaktion noch „was Kritiker schon lange über moderne Investmentbanken sagen, nämlich dass diese ein räuberisches und ausbeuterisches Geschäft betreiben und mit der Realwirtschaft eine parasitäre Beziehung eingegangen sind.“ Gier, Krake, Gift, Zerstörung, Räuber und Parasiten – gebrochen durch halbherzige Distanzierungsgesten verrät die Redaktion in der kurzen Meldung, in welchen Begriffen sie über den Kapitalismus „nachdenkt“: vornehmlich in antisemitischen Bildern.“ [4]. In ihrer Stellungnahme zur Analyse von Uhlig und Koehnen wird von der Redaktion der „NachDenkSeiten“ zur Verteidigung behauptet, man habe die „Antisemitismus-Keule“ gegen sie ausgepackt und es sei „abwegig“, „Redakteuren der NachDenkSeiten Antisemitismus zu unterstellen“ [5]. Begründungen seitens der Redaktion fehlen vollständig, stattdessen wird an das antisemitische Weltbild des Lesenden appelliert, der dann in der chiffrierten Sprache der NachDenkSeiten schon erkennen wird, dass auch diese Analyse nur Teil einer (((Verschwörung))) ist, die darauf abzielt „Finanzkapitalismus“ und „US-Kriege einen Schutzschirm“ umzulegen [5].
„Antisemitismus ist nach dem Politikwissenschaftler Samuel Salzborn „die Unfähigkeit oder der Unwillen, abstrakt zu denken und konkret zu fühlen““ [4]. Ein Antisemit wird sich folglich nicht mit Argumenten überzeugen lassen. Viel mehr erfordert dies, dass es kein Raum für Antisemitismus und damit keine Gesellschaft für Antisemiten gibt. Sprecht die Verteilenden der „NachDenkSeiten“-Flyer gerne darauf an, dass an dieser Universität kein Platz für antisemitische Hetze ist.

Quellen:
[1] taz.de/Onlinemagazin-Nachdenkseiten/!5242175/
[2] kurier.at/kultur/daniele-ganser-in-wien-die-merkwuerdige-welt-des-9-11-zweiflers/223.799.635
[3] www.zeit.de/politik/attac
[4] www.belltower.news/antisemitismus-von-links-die-verkuerzte-neoliberalismuskritik-der-nachdenkseit...
[5] www.nachdenkseiten.de/?p=47801

Bildquelle: antifaramallah.files.wordpress.com/2009/12/antifa-logo.jpg
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1 Monat vergangen

+++Gegenkundgebung zum AfD Stammtisch heute+++
antifaelf.blogsport.de/2019/07/16/afd-plant-stammtisch-an-der-graf-anton-guenther-schule-in-oldenburg/
Treffpunkt: Mittwoch, 17.07.2019, 18:00 Uhr, Graf-Anton-Günther-Schule Oldenburg

+++Gegen antisemitische Propaganda an unserer Universität+++
Immer wieder tauchen an der Universität Flyer der „NachDenkSeiten“ auf. So auch an den Pinnwänden des AStA. Der AStA hat diese nicht autorisiert und wird sie auch weiterhin nach Sichtung unverzüglich von allen Plattformen des AStA entfernen. Das antisemitische, vermeintlich Linke, Propagandablatt wurde 2003 von den Schröder-SPD frustrierten Sozialdemokraten Albrecht Müller und Wolfgang Lieb gegründet. 2015 verlässt Wolfgang Lieb die „NachDenkSeiten“, die zu dem Zeitpunkt bereits ein beliebtes Medium bei Anhängern von „attac“ und „linken“ Gewerkschaftern geworden sind, mit der Begründung, sein Mitherausgeber, Albrecht Müller, glaube gerne an Verschwörungstheorien [1]. Müller führte unter anderem Interviews mit Ken Jebsen, der bei RBB aufgrund von Antisemitismusvorwürfen gegen ihn gefeuert wurde, dem Israelhasser Martin Lejeune und mit Verschwörungstheoretikern wie Udo Ulfkotte und Daniele Ganser, letzterer wurde mit Zweifeln an den islamistischen Terroranschlägen am 11. September 2001 berühmt und befand, dass die Möglichkeit eines „inside job“ untersucht werden müsse [2].
Das sich ausgerechnet Mitglieder von „attac“ auf den „NachDenkSeiten“ wohl fühlen, scheint wenig verwunderlich, angesichts der Tatsache das „attac“ schon seit Jahren hilflos gegenüber linkem Antisemitismus ist, da dieser breit in der Basis verwurzelt ist. Bereits 2003 veröffentlichte die Zeit einen Artikel, in dem über die Problematik berichtet wird. So forderte „Linksruck“, eine Mitgliedsorganisation von „attac Deutschland“ „die bedingungslose Solidarität mit der Intifada gegen den rassistischen Kolonialstaat Israel“ denn „die Beschränkung unserer Solidarität auf die friedlichen Kräfte des palästinensischen Widerstands bedeutet in Wahrheit den Ausschluss der überwältigenden Mehrheit der Palästinenser und der antiimperialistisch fühlenden arabischen Massen aus der weltweiten Antikriegsbewegung.“ [3]. In guter deutscher Tradition soll also weiter, gemeinsam mit Islamisten und Rechtsextremen, geeint in der Querfront, gegen Jüd_innen, Israel, die USA und das „Finanzkapital“ gehetzt werden.
Tom Uhlig und Volker Koehnen schrieben Ende 2018 einen Beitrag zur verkürzten Neoliberalismus-Kritik der „NachDenkSeiten“: „Das Nachrichtenportal der NachDenkSeiten, dass sich selbst links verortet, argumentiert in dieser neoliberalismuskritisch antisemitischen Linie. Ein Paradebeispiel ist der Anfang Oktober erschienene Text über den Rücktritt des Goldman-Sachs-CEO Lloyd Blankfein. „Klar ist an dieser Stelle schonmal; als Inbegriff des ‚ehrbaren Kaufmanns‘ wird Blankfein nicht mehr in die Geschichtsbücher eingehen. Denn seine Bank Goldman Sachs ist nicht irgendwer; sie stand lange Zeit in Verruf, die ‚gierige Krake‘ im System zu sein, die Verkörperung des Raubtierkapitalismus schlechthin“, kommentierte die Redaktion den Rücktritt. Immerhin ist die „gierige Krake“ – schon seit dem Nationalsozialismus ein antisemitisches Symbol – in Anführungszeichen gesetzt, andererseits wird dieses Bild unbestimmten anderen untergejubelt. Weiter geht es dann mit dem Aufruf eines Kronzeugen: Greg Smith, ehemaliger Mitarbeiter, soll in der New York Times „das ‚giftige und zerstörerische‘ Wesen der Bank“ angeprangert haben. Praktischerweise wird gleich der Link mitgeliefert, mit dem sich belegen lässt, dass Smith eigentlich von einem „environment […] as toxic and destructive as I have ever seen it“ spricht, also keine Aussagen über einen vermeintlichen Wesenskern seines ehemaligen Arbeitgebers trifft, sondern das Betriebsklima moniert. Über das Denken von „Blankfein & Co“ weiß die Redaktion noch „was Kritiker schon lange über moderne Investmentbanken sagen, nämlich dass diese ein räuberisches und ausbeuterisches Geschäft betreiben und mit der Realwirtschaft eine parasitäre Beziehung eingegangen sind.“ Gier, Krake, Gift, Zerstörung, Räuber und Parasiten – gebrochen durch halbherzige Distanzierungsgesten verrät die Redaktion in der kurzen Meldung, in welchen Begriffen sie über den Kapitalismus „nachdenkt“: vornehmlich in antisemitischen Bildern.“ [4]. In ihrer Stellungnahme zur Analyse von Uhlig und Koehnen wird von der Redaktion der „NachDenkSeiten“ zur Verteidigung behauptet, man habe die „Antisemitismus-Keule“ gegen sie ausgepackt und es sei „abwegig“, „Redakteuren der NachDenkSeiten Antisemitismus zu unterstellen“ [5]. Begründungen seitens der Redaktion fehlen vollständig, stattdessen wird an das antisemitische Weltbild des Lesenden appelliert, der dann in der chiffrierten Sprache der NachDenkSeiten schon erkennen wird, dass auch diese Analyse nur Teil einer (((Verschwörung))) ist, die darauf abzielt „Finanzkapitalismus“ und „US-Kriege einen Schutzschirm“ umzulegen [5].
„Antisemitismus ist nach dem Politikwissenschaftler Samuel Salzborn „die Unfähigkeit oder der Unwillen, abstrakt zu denken und konkret zu fühlen““ [4]. Ein Antisemit wird sich folglich nicht mit Argumenten überzeugen lassen. Viel mehr erfordert dies, dass es kein Raum für Antisemitismus und damit keine Gesellschaft für Antisemiten gibt. Sprecht die Verteilenden der „NachDenkSeiten“-Flyer gerne darauf an, dass an dieser Universität kein Platz für antisemitische Hetze ist.

Quellen:
[1] https://taz.de/Onlinemagazin-Nachdenkseiten/!5242175/
[2] https://kurier.at/kultur/daniele-ganser-in-wien-die-merkwuerdige-welt-des-9-11-zweiflers/223.799.635
[3] https://www.zeit.de/politik/attac
[4] https://www.belltower.news/antisemitismus-von-links-die-verkuerzte-neoliberalismuskritik-der-nachdenkseiten-78239/
[5] https://www.nachdenkseiten.de/?p=47801 

Bildquelle: https://antifaramallah.files.wordpress.com/2009/12/antifa-logo.jpg

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Es ist löblich, dass ihr euch gegen die NachDenkSeiten-Flyer aussprecht. 😁 Bevor ich spekuliere, habe ich eine Frage zu einem anderen Punkt. Warum habt ihr dieses Beitragsbild verwendet? 🤔

Marten Peters am GAG?!?

Carl von Ossietzky würde sich im Grabe umdrehen,wenn er mitbekommen würde, was ihr heutzutage veranstaltet. Wann beginnt ihr endlich gegen den wahrhaftigen Faschismus zu arbeiten, anstatt dafür?

Gegen jeden Rassismus, abstraktes Denken, also kein Antisemitismus. Schöne neue Welt die uns erwartet.https://www.youtube.com/watch?v=dVAINZ2QxQs

Euer Engagement in allen Ehren, aber wenn ihr euch gegen antidemokratische und rassistische Kräfte einsetzt, was sagt ihr dann hierzu? mondoweiss.net/2019/07/residents-israeli-snipers/

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